Polyglutaminsäure (PGA): Wirkung, Anwendung und Unterschied zu Hyaluronsäure

Pinke Molkekühle schweben im rosa Raum

Hyaluronsäure kennt inzwischen fast jeder. In koreanischen Seren und Toner taucht aber immer häufiger ein anderer Name auf: Polyglutaminsäure, kurz PGA. Sie wird als Feuchtigkeitswirkstoff der nächsten Generation beworben, der Wasser noch besser binden soll als Hyaluron.

Klingt beeindruckend. Hier erfährst du, was Polyglutaminsäure wirklich kann, für wen sie sinnvoll ist und wie du sie in deine Routine einbaust.

Das Wichtigste in Kürze

Polyglutaminsäure ist ein Feuchthaltemittel, das Wasser bindet und einen leichten, unsichtbaren Film auf der Haut bildet.

Sie wird durch Fermentation gewonnen, ursprünglich bekannt aus dem japanischen Sojagericht Natto.

Das Versprechen „bis zu fünfmal mehr Feuchtigkeit als Hyaluron“ stammt vor allem aus Herstellerangaben. Unabhängige Studien gibt es wenige.

PGA und Hyaluronsäure ergänzen sich gut und werden oft zusammen verwendet.


Was ist Polyglutaminsäure?

Polyglutaminsäure ist eine lange Kette aus Glutaminsäure, einer Aminosäure, die auch in unserem Körper vorkommt. Für Kosmetik wird sie mithilfe von Bakterien wie Bacillus subtilis durch Fermentation hergestellt. Dasselbe Bakterium sorgt bei Natto für die typischen Fäden.

In der INCI-Liste findest du sie meist als Polyglutamic Acid oder als Salz Sodium Polyglutamate. Weil sie durch Fermentation entsteht, passt sie gut zur K-Beauty-Vorliebe für fermentierte Inhaltsstoffe.


Wie wirkt Polyglutaminsäure auf der Haut?

PGA ist ein sehr großes Molekül. Es dringt nicht tief in die Haut ein, sondern arbeitet an der Oberfläche:

  • Feuchtigkeit binden: PGA zieht Wasser an und hält es in den obersten Hautschichten.
  • Feuchtigkeit halten: Der leichte Film kann helfen, den Feuchtigkeitsverlust über die Haut zu verringern.
  • Geschmeidigkeit: Gut durchfeuchtete Haut wirkt praller und feine Trockenheitsfältchen fallen weniger auf.

Viele mögen außerdem das Hautgefühl: PGA hinterlässt ein glattes, leicht „verschlossenes“ Finish, ohne zu fetten.

Polyglutaminsäure oder Hyaluronsäure?

Polyglutaminsäure (PGA) Hyaluronsäure
Art Feuchthaltemittel aus Aminosäuren Feuchthaltemittel aus Zuckerbausteinen
Herstellung Fermentation meist Fermentation
Hautgefühl filmbildend, glatt leicht, je nach Molekülgröße unterschiedlich
Studienlage überschaubar, viel Herstellerdaten gut untersucht
Verträglichkeit in der Regel sehr gut in der Regel sehr gut

Die Behauptung, PGA binde vier- bis fünfmal mehr Feuchtigkeit als Hyaluronsäure, hörst du oft. Sie stammt jedoch überwiegend aus Laborwerten von Rohstoffherstellern. Wie groß der Unterschied auf echter Haut ist, ist kaum unabhängig untersucht. Wir würden PGA deshalb nicht als „bessere Hyaluronsäure“ sehen, sondern als angenehme Ergänzung.

Gut zu wissen: Zusammen statt gegeneinander

Viele Seren kombinieren PGA mit Hyaluronsäure und Glycerin. Das ist sinnvoll: Die Feuchthaltemittel arbeiten auf unterschiedliche Weise und ergänzen sich.


Für wen eignet sich Polyglutaminsäure?

Hauttyp Passt PGA?
Trockene Haut ja, am besten mit einer pflegenden Creme darüber
Fettige und Mischhaut ja, spendet Feuchtigkeit ohne zu fetten
Empfindliche Haut meist gut verträglich, auf den Rest der Formel achten
Reife Haut ja, für ein pralleres Hautgefühl


So wendest du PGA richtig an

  1. Nach der Reinigung: Am besten auf leicht feuchte Haut, zum Beispiel direkt nach dem Toner.
  2. Dünn auftragen: Ein bis zwei Pumpstöße reichen fürs Gesicht. Zu viel kann sich klebrig anfühlen oder sich abrollen.
  3. Mit Creme abschließen: Gerade bei trockener Luft eine Feuchtigkeitscreme darüber, damit die gebundene Feuchtigkeit in der Haut bleibt.
  4. Morgens und abends möglich: PGA lässt sich mit fast allen Wirkstoffen kombinieren, auch mit Retinol, Vitamin C oder Säuren.

Mehr zur richtigen Reihenfolge: Die richtige Skincare-Reihenfolge.

Passende Pflege bei Carelune

Ein eigenes PGA-Serum führen wir aktuell nicht. Für eine gut durchfeuchtete Haut kommt es aber vor allem auf eine passende Feuchtigkeitspflege an:

SKIN1004 Madagascar Centella Hyalu-Cica Moisture Cream
Eine leichte Feuchtigkeitscreme mit Hyaluronsäure und Centella. Sie eignet sich gut als letzter Pflegeschritt, um Feuchtigkeit in der Haut zu halten – mit oder ohne Serum darunter.


Häufige Fragen zu Polyglutaminsäure

Ist Polyglutaminsäure eine Säure, die peelt?

Nein. Trotz des Namens hat PGA keine peelende Wirkung wie AHA oder BHA. Sie ist ein reines Feuchthaltemittel.

Kann ich PGA mit Hyaluronsäure kombinieren?

Ja, das ist sogar sehr verbreitet. Beide spenden Feuchtigkeit und ergänzen sich.

Ist Polyglutaminsäure für Schwangere geeignet?

PGA gilt als milder, gut verträglicher Inhaltsstoff. Wenn du unsicher bist, frag bei deiner Frauenärztin oder Hautärztin nach und prüfe auch die übrigen Inhaltsstoffe des Produkts.

Warum fühlt sich mein PGA-Serum klebrig an?

Meist liegt es an zu viel Produkt oder zu trockener Luft. Weniger auftragen, auf leicht feuchte Haut geben und mit einer Creme abschließen hilft oft.

Weiterlesen: Skin Flooding, Trockene Haut oder durstig? und Ectoin oder Hyaluronsäure.

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