Glycerin für die Haut: Wirkung, Anwendung und Vorteile

Gel Textur auf einem hellen Hintergrund

Glycerin gehört zu den am häufigsten verwendeten Inhaltsstoffen in der Hautpflege. Es steckt in Gesichtscremes, Seren, Tonern, Reinigungsprodukten, Handcremes, Bodylotions und vielen weiteren kosmetischen Formulierungen. Trotzdem erhält es deutlich weniger Aufmerksamkeit als Hyaluronsäure, Niacinamid oder Retinol.

Das liegt vermutlich daran, dass Glycerin kein neuer Trendwirkstoff ist. Der Inhaltsstoff wird seit Jahrzehnten in kosmetischen und dermatologischen Produkten eingesetzt. Seine wichtigste Aufgabe ist leicht zu erklären: Glycerin hilft der oberen Hautschicht dabei, Wasser zu binden und die Haut geschmeidig zu halten.

Gerade diese unscheinbare Funktion macht Glycerin zu einem wichtigen Bestandteil vieler Feuchtigkeitsprodukte. Eine gut durchfeuchtete Hornschicht fühlt sich häufig weicher und glatter an. Trockene Stellen und feine Trockenheitslinien können weniger deutlich erscheinen und die Haut wirkt insgesamt gepflegter.

Doch wie funktioniert Glycerin genau? Zieht der Inhaltsstoff Wasser ausschließlich aus der Luft? Kann Glycerin die Haut bei trockenem Klima sogar austrocknen? Ist es für unreine und empfindliche Haut geeignet? Und worin unterscheidet sich seine Wirkung von Hyaluronsäure?

In diesem Guide erklären wir, was Glycerin ist, welche Wirkung wissenschaftlich am besten belegt ist und wie der Inhaltsstoff sinnvoll in eine Hautpflegeroutine integriert werden kann. Außerdem räumen wir mit verbreiteten Mythen auf und zeigen, warum die gesamte Formulierung eines Produkts wichtiger ist als ein einzelner Inhaltsstoff.

Was ist Glycerin?

Glycerin, auch Glycerol genannt, ist ein farbloser und nahezu geruchloser dreiwertiger Alkohol. Seine chemische Bezeichnung lautet Propan-1,2,3-triol. Das Molekül besitzt drei sogenannte Hydroxygruppen, über die es mit Wasser wechselwirken kann.

In der Europäischen Union wird der Inhaltsstoff auf Kosmetikprodukten unter dem INCI-Namen „Glycerin“ angegeben. Wenn du wissen möchtest, ob eine Creme oder ein Serum Glycerin enthält, findest du diese Bezeichnung in der Inhaltsstoffliste.

Glycerin ist wasserlöslich und hygroskopisch. Hygroskopisch bedeutet, dass eine Substanz Wasser anziehen und binden kann. In kosmetischen Produkten wird Glycerin deshalb vor allem als Feuchthaltemittel beziehungsweise Humectant eingesetzt.

Der Inhaltsstoff übernimmt in einer Formulierung häufig mehrere Aufgaben. Er kann:

  • Wasser in der oberen Hautschicht binden,

  • das Hautgefühl geschmeidiger machen,

  • die Feuchtigkeitswirkung eines Produkts unterstützen,

  • das Austrocknen einer kosmetischen Formulierung reduzieren,

  • die Konsistenz und Verteilung eines Produkts beeinflussen.

Glycerin ist kein Peeling, kein Retinoid und kein Wirkstoff, der gezielt Pigmentflecken oder Akne behandelt. Seine Stärke liegt vor allem in der grundlegenden Feuchtigkeitsversorgung.

Diese Wirkung ist für fast jeden Hauttyp relevant. Ausreichende Feuchtigkeit ist nicht nur bei trockener Haut wichtig. Auch fettige, unreine oder empfindliche Haut kann feuchtigkeitsarm sein.

Sind Glycerin und Glycerol dasselbe?

Ja. Glycerin und Glycerol bezeichnen grundsätzlich denselben Stoff.

„Glycerol“ ist die in der Chemie verwendete Bezeichnung für das reine Molekül. „Glycerin“ ist der Name, der in der Kosmetik und auf Inhaltsstofflisten üblich ist. In englischsprachigen Quellen können außerdem die Schreibweisen „Glycerin“ und „Glycerine“ vorkommen.

Davon zu unterscheiden sind ähnlich klingende Inhaltsstoffe wie:

  • Ethylhexylglycerin

  • Glyceryl Stearate

  • Glycereth-26

  • Polyglycerin

  • Glyceryl Glucoside

Diese Substanzen sind chemisch mit Glycerin verwandt oder werden daraus hergestellt, besitzen aber eigene Eigenschaften und Funktionen. Eine Reaktion auf Ethylhexylglycerin bedeutet beispielsweise nicht automatisch, dass auch gewöhnliches Glycerin nicht vertragen wird.

Für die Beurteilung einer Produktformulierung sollte deshalb immer der genaue INCI-Name betrachtet werden.

Woher stammt Glycerin in Kosmetik?

Glycerin kann aus unterschiedlichen Ausgangsstoffen gewonnen werden. Industriell entsteht es beispielsweise bei der Verarbeitung von pflanzlichen oder tierischen Fetten und Ölen. Es kann außerdem synthetisch hergestellt oder durch bestimmte Fermentationsverfahren gewonnen werden.

Auf einer gewöhnlichen Inhaltsstoffliste steht unabhängig von der Herkunft lediglich „Glycerin“. Der INCI-Name verrät deshalb nicht, ob das verwendete Glycerin pflanzlichen, tierischen oder synthetischen Ursprungs ist.

Bezeichnungen wie „pflanzliches Glycerin“ beschreiben die Ausgangsquelle, nicht einen grundsätzlich anderen Wirkstoff. Das Glycerinmolekül besitzt nach ausreichender Reinigung dieselbe chemische Struktur, unabhängig davon, ob der Rohstoff ursprünglich aus Pflanzen, tierischen Fetten oder einer synthetischen Herstellung stammt.

Wer ausschließlich vegane Kosmetik verwenden möchte, sollte sich deshalb an der Vegan-Kennzeichnung des gesamten Produkts orientieren oder beim Hersteller nachfragen. Aus dem Wort „Glycerin“ allein lässt sich die Herkunft nicht sicher ableiten.

Auch die Begriffe „natürlich“ oder „synthetisch“ sagen nicht automatisch etwas über die Verträglichkeit oder Wirkung aus. Entscheidend sind Reinheit, Konzentration und die fertige Formulierung.

Kommt Glycerin natürlich in der Haut vor?

Glycerin wird nicht nur von außen über Kosmetik aufgetragen. Es kommt auch natürlicherweise im menschlichen Körper und in der Haut vor.

Fette bestehen unter anderem aus Fettsäuren, die an ein Glycerin-Grundgerüst gebunden sein können. Bei verschiedenen Stoffwechselprozessen kann freies Glycerin entstehen. In der Haut trägt körpereigenes Glycerin zur Feuchtigkeitsregulation der Hornschicht bei.

Eine Rolle spielt dabei Aquaporin-3. Dieses Transportprotein befindet sich in der Epidermis und kann unter anderem Wasser und Glycerin durch Zellmembranen transportieren. Untersuchungen deuten darauf hin, dass körpereigenes Glycerin an der Hydration und den normalen Funktionen der oberen Hautschichten beteiligt ist.

Das bedeutet jedoch nicht, dass kosmetisches Glycerin tief in sämtliche Hautschichten eindringt oder die Haut von innen heraus dauerhaft verändert. Bei Pflegeprodukten steht vor allem die Wirkung auf die obere Hautschicht, das Stratum corneum, im Mittelpunkt.

Wie wirkt Glycerin auf der Haut?

Die wichtigste und am besten belegte Wirkung von Glycerin besteht in der Verbesserung der Hydration der Hornschicht.

Die Hornschicht ist der äußerste Teil der Epidermis. Sie besteht aus abgestorbenen Hautzellen, den sogenannten Korneozyten, und einer dazwischenliegenden Lipidstruktur. Oft wird sie mit einer Mauer verglichen: Die Hautzellen bilden die Steine, während Lipide wie Ceramide, Cholesterin und Fettsäuren den verbindenden Mörtel darstellen.

Damit diese Schicht flexibel und funktionsfähig bleibt, benötigt sie ausreichend Wasser. Ist der Wassergehalt zu niedrig, kann die Haut rau, schuppig oder gespannt wirken.

Glycerin besitzt drei wasserliebende Hydroxygruppen. Dadurch kann es Wassermoleküle an sich binden. In einer ausgewogenen kosmetischen Formulierung trägt es dazu bei, Wasser in der Hornschicht verfügbar zu halten.

Die Haut kann dadurch:

  • besser durchfeuchtet wirken,

  • sich weicher und geschmeidiger anfühlen,

  • weniger rau erscheinen,

  • feine Trockenheitslinien weniger deutlich zeigen,

  • eine gleichmäßigere Oberfläche entwickeln.

Diese Effekte sind keine dauerhafte Veränderung der natürlichen Hautstruktur. Sie hängen von der regelmäßigen Anwendung und der übrigen Formulierung ab.

Woher kommt das Wasser, das Glycerin bindet?

Häufig wird behauptet, Glycerin ziehe seine Feuchtigkeit ausschließlich aus der Umgebungsluft. Diese Erklärung ist zu einfach.

Wasser gelangt aus tieferen Hautschichten kontinuierlich in Richtung Hautoberfläche und verdunstet dort teilweise. Zusätzlich enthalten kosmetische Formulierungen selbst Wasser. Glycerin kann innerhalb dieses Systems Wasser binden und seine Verteilung in der Hornschicht beeinflussen.

Wie ein glycerinhaltiges Produkt wirkt, hängt deshalb nicht nur von der Luftfeuchtigkeit ab. Relevant sind auch:

  • der Wassergehalt des Produkts,

  • die Glycerinkonzentration,

  • weitere Feuchthaltemittel,

  • enthaltene Lipide und Filmbildner,

  • der Zustand der Hautbarriere,

  • die Umgebung und Anwendung.

Eine gut formulierte Creme kombiniert Glycerin häufig mit weichmachenden und abschließenden Bestandteilen. Feuchthaltemittel helfen dabei, Wasser zu binden, während Lipide und okklusive Bestandteile den Wasserverlust begrenzen können.

Deshalb sollte Glycerin nicht isoliert betrachtet werden. Die Qualität einer Feuchtigkeitspflege ergibt sich aus dem Zusammenspiel der gesamten Formulierung.

Ist Glycerin ein Wirkstoff oder nur ein Hilfsstoff?

Glycerin kann in Kosmetik mehrere Rollen gleichzeitig übernehmen. Es verbessert die Formulierung und besitzt zugleich eine messbare Wirkung auf den Feuchtigkeitszustand der Haut.

Der Begriff „Wirkstoff“ ist im allgemeinen Beauty-Sprachgebrauch nicht streng definiert. Im Gegensatz zu einem Arzneistoff behandelt Glycerin keine Erkrankung. Es ist jedoch mehr als ein bedeutungsloser Füllstoff.

Die wissenschaftliche Literatur beschreibt Glycerin als gut untersuchtes Feuchthaltemittel mit Effekten auf die Hydration, Geschmeidigkeit und bestimmte Funktionen der Hornschicht.

Eine sachliche Einordnung lautet deshalb: Glycerin ist ein funktioneller kosmetischer Inhaltsstoff und Feuchtigkeitsspender – kein spektakulärer Trendwirkstoff, aber eine wichtige Grundlage vieler wirksamer Pflegeformulierungen.

Welche Vorteile hat Glycerin für die Haut?

Die am besten belegte Wirkung von Glycerin ist seine Fähigkeit, die Hydration der Hornschicht zu verbessern. Darüber hinaus zeigen wissenschaftliche Untersuchungen mögliche positive Effekte auf die Geschmeidigkeit, normale Abschuppung und Barrierefunktion der Haut.

Wie deutlich diese Vorteile ausfallen, hängt allerdings von der Konzentration, der Produktformulierung, der Anwendung und dem Hautzustand ab. Ein Inhaltsstoff wirkt nicht unabhängig von dem Produkt, in dem er enthalten ist.

Glycerin verbessert die Feuchtigkeitsversorgung

Glycerin gehört zu den Feuchthaltemitteln. Diese Stoffe helfen dabei, Wasser in der oberen Hautschicht zu binden.

Eine ausreichend hydratisierte Hornschicht ist flexibler als eine stark ausgetrocknete. Die Haut kann dadurch weicher, glatter und weniger schuppig wirken. Auch feine Linien, die durch vorübergehende Trockenheit sichtbarer werden, können weniger stark erscheinen.

Diese Glättung sollte nicht mit einer dauerhaften Anti-Aging-Wirkung verwechselt werden. Glycerin verändert keine genetisch bedingten Gesichtszüge und entfernt keine tieferen Falten. Es kann jedoch das Erscheinungsbild von Trockenheitsfältchen vorübergehend verbessern, indem es die Hornschicht mit Feuchtigkeit versorgt.

Die feuchtigkeitsspendende Wirkung ist nicht auf Gesichtscremes begrenzt. Glycerin wird auch in Handcremes, Körperlotionen, Lippenpflege, Tonern, Seren und Reinigungsprodukten eingesetzt.

Unterstützt Glycerin die Hautbarriere?

Glycerin kann eine barriereschonende Pflegeroutine unterstützen. Dabei ist eine genaue Formulierung wichtig: Glycerin ist kein Baustein der Hautbarriere im selben Sinn wie Ceramide, Cholesterin oder Fettsäuren.

Seine Rolle besteht vor allem darin, die Hydration der Hornschicht zu verbessern und bestimmte Vorgänge innerhalb dieser Schicht zu unterstützen. Eine ausreichend mit Wasser versorgte Hornschicht bleibt flexibler und kann ihre normale Funktion besser erfüllen.

Studien mit glycerinhaltigen Pflegeprodukten zeigen teilweise Verbesserungen der Barriereparameter. Die Ergebnisse hängen jedoch stark von der jeweiligen Formulierung und dem untersuchten Hautzustand ab. Nicht jede Untersuchung stellt denselben Effekt fest.

Deshalb wäre die Aussage „Glycerin repariert die Hautbarriere“ zu pauschal. Fachlich genauer ist:

Glycerin unterstützt die Feuchtigkeitsversorgung der Hornschicht und kann als Bestandteil einer ausgewogenen Formulierung zu einer besser funktionierenden Hautbarriere beitragen.

Für eine barrierestärkende Routine wird Glycerin häufig mit Ceramiden, Cholesterin, Fettsäuren oder okklusiven Bestandteilen kombiniert. Mehr über den Aufbau und die Funktion dieser Schutzschicht erfährst du in unserem Beitrag „Die Hautbarriere erklärt: Warum sie für gesunde Haut so wichtig ist“.

Glycerin kann raue und schuppige Haut glatter wirken lassen

Trockene Haut schuppt häufig sichtbar, weil die Ablösung abgestorbener Hautzellen nicht mehr gleichmäßig abläuft. Dieser natürliche Vorgang wird Desquamation genannt.

Für eine geordnete Abschuppung benötigt die Hornschicht ausreichend Wasser. Bei Feuchtigkeitsmangel können Hautzellen stärker aneinanderhaften und sich in sichtbaren Schuppen lösen.

Untersuchungen deuten darauf hin, dass Glycerin die normale Ablösung oberflächlicher Hautzellen unterstützen kann. Dadurch kann sich trockene und raue Haut mit der Zeit glatter anfühlen.

Glycerin wirkt dabei nicht wie ein klassisches Säurepeeling. Es löst Hautzellen nicht durch AHA oder BHA ab und sollte nicht als Ersatz für einen gezielt eingesetzten Peelingwirkstoff betrachtet werden. Seine Wirkung hängt vielmehr mit einer besseren Hydration und den wasserabhängigen Vorgängen in der Hornschicht zusammen.

Für empfindliche oder trockene Haut kann dieser indirekte Ansatz vorteilhaft sein. Statt die Oberfläche immer wieder intensiv zu exfolieren, wird ihre normale Funktion durch eine ausreichende Feuchtigkeitsversorgung unterstützt.

Macht Glycerin die Haut elastischer?

Eine gut durchfeuchtete Hornschicht ist flexibler und weniger spröde. Studien haben nach der Anwendung glycerinhaltiger Produkte Veränderungen bestimmter mechanischer Hauteigenschaften beobachtet.

Im kosmetischen Alltag zeigt sich das vor allem als geschmeidigeres und weicheres Hautgefühl. Begriffe wie „mehr Elastizität“ sollten dennoch vorsichtig verwendet werden.

Glycerin baut kein Kollagen auf und strafft erschlafftes Gewebe nicht dauerhaft. Es kann die oberste Hautschicht durch Feuchtigkeit flexibler erscheinen lassen. Das ist eine wertvolle Pflegewirkung, aber keine umfassende Anti-Aging-Behandlung.

Für welchen Hauttyp ist Glycerin geeignet?

Glycerin kann grundsätzlich in Pflegeprodukten für verschiedene Hauttypen eingesetzt werden. Ob ein konkretes Produkt geeignet ist, hängt jedoch von der gesamten Formulierung ab.

Eine reichhaltige Creme mit Glycerin kann für trockene Haut passend sein, bei sehr fettiger Haut aber als zu schwer empfunden werden. Ein leichtes glycerinhaltiges Serum kann dagegen auch bei fettiger Haut angenehm sein.

Der Inhaltsstoff allein bestimmt also nicht, für welchen Hauttyp ein Produkt geeignet ist.

Glycerin bei trockener und feuchtigkeitsarmer Haut

Trockene und feuchtigkeitsarme Haut profitieren besonders häufig von Feuchthaltemitteln wie Glycerin.

Trockene Haut produziert in der Regel weniger schützende Lipide. Feuchtigkeitsarme Haut besitzt dagegen vorübergehend zu wenig Wasser. Beide Zustände können gleichzeitig auftreten, sind aber nicht identisch.

Typische Anzeichen sind:

  • Spannungsgefühle

  • raue Hautstellen

  • sichtbare Schuppen

  • ein fahler Teint

  • stärker sichtbare Trockenheitsfältchen

  • unangenehmes Hautgefühl nach der Reinigung

Ein glycerinhaltiges Serum oder ein Feuchtigkeitstoner kann Wasser in der Hornschicht binden. Bei trockener Haut reicht ein reines Feuchtigkeitsprodukt jedoch möglicherweise nicht aus. Eine anschließende Creme mit Lipiden oder stärker abschließenden Bestandteilen kann dabei helfen, den Wasserverlust zu begrenzen.

Besonders sinnvoll ist die Anwendung direkt nach der Reinigung, wenn die Haut noch leicht feucht ist. Die Haut sollte dabei nicht tropfnass sein.

Glycerin bei fettiger Haut

Fettige Haut produziert mehr Talg, kann aber trotzdem feuchtigkeitsarm sein. Talg besteht hauptsächlich aus Lipiden und ersetzt keine ausreichende Wasserversorgung.

Wird fettige Haut mit starken Reinigern oder alkoholreichen Produkten ständig entfettet, kann sie sich gleichzeitig ölig und gespannt anfühlen. Eine leichte Feuchtigkeitspflege mit Glycerin kann in diesem Fall sinnvoller sein als der vollständige Verzicht auf Creme oder Serum.

Achte auf eine Textur, die sich angenehm anfühlt:

  • leichte Toner

  • wasserbasierte Seren

  • Gel-Cremes

  • Emulsionen

  • leichte Sonnencremes

Glycerin selbst ist kein Öl. Ein Produkt mit Glycerin muss deshalb nicht automatisch schwer oder fettig sein.

Glycerin bei unreiner und zu Akne neigender Haut

Glycerin behandelt weder Akne noch verstopfte Poren. Es besitzt keine mit Salicylsäure, Retinoiden oder verschreibungspflichtigen Aknetherapien vergleichbare Wirkung.

Trotzdem kann der Inhaltsstoff eine Akne-Routine sinnvoll ergänzen. Viele Aknewirkstoffe und Behandlungen können Trockenheit oder ein gespanntes Hautgefühl verursachen. Eine geeignete Feuchtigkeitspflege hilft dabei, diese Begleiterscheinungen zu reduzieren.

Aus Glycerin allein lässt sich jedoch nicht ableiten, ob ein fertiges Produkt nicht komedogen ist. Dafür müssen alle Bestandteile und die Gesamtformulierung betrachtet werden.

Menschen mit unreiner Haut sollten nach leichten Produkten suchen, die als nicht komedogen gekennzeichnet sind und zum eigenen Hauttyp passen. Bei starker, entzündlicher oder anhaltender Akne ist eine dermatologische Behandlung wichtiger als die Auswahl einzelner kosmetischer Feuchthaltemittel.

Glycerin bei empfindlicher Haut

Glycerin gilt in kosmetischen Formulierungen allgemein als gut verträglich und wird häufig in Produkten für empfindliche oder trockene Haut eingesetzt.

Empfindliche Haut reagiert jedoch nicht nur auf einzelne Inhaltsstoffe. Auch Duftstoffe, Konservierungsmittel, ätherische Öle, hohe Wirkstoffkonzentrationen oder eine insgesamt zu intensive Routine können Irritationen auslösen.

Selbst bei einem grundsätzlich gut verträglichen Inhaltsstoff sind individuelle Reaktionen möglich. In der medizinischen Literatur existieren seltene Fallberichte über allergische Kontaktreaktionen auf Glycerin.

Wenn du sehr empfindliche Haut hast, solltest du ein neues Produkt zunächst an einer kleinen Stelle testen. Bei anhaltendem Juckreiz, Brennen, Schwellungen oder deutlicher Rötung sollte die Anwendung beendet werden.

Beachte außerdem, dass Glycerin und Ethylhexylglycerin nicht dasselbe sind. Ethylhexylglycerin ist ein eigenständiger kosmetischer Inhaltsstoff und unter anderem als seltener Kontaktallergen beschrieben. Eine Unverträglichkeit gegenüber Ethylhexylglycerin beweist deshalb keine Allergie gegen Glycerin.

Glycerin bei reifer Haut

Mit zunehmendem Alter kann die Haut trockener werden und Feuchtigkeit weniger gut bewahren. Glycerin kann reife Haut unterstützen, indem es die Hornschicht hydratisiert und Trockenheitsfältchen weniger auffällig erscheinen lässt.

Der Inhaltsstoff ersetzt jedoch keine Wirkstoffe, die gezielt auf andere Zeichen der Hautalterung ausgerichtet sind. Er stimuliert nicht automatisch die Kollagenproduktion und kann tiefere Falten nicht entfernen.

Seine Rolle innerhalb einer Pflegeroutine besteht darin, eine gut durchfeuchtete Grundlage zu schaffen. Dadurch kann die Haut glatter, weicher und gepflegter wirken.

Glycerin lässt sich dabei mit anderen Inhaltsstoffen kombinieren, beispielsweise mit:

  • Ceramiden für eine barrierestärkende Pflege

  • Hyaluronsäure für zusätzliche Feuchtigkeitsbindung

  • Niacinamid für ein ausgeglichener wirkendes Hautbild

  • Peptiden als Bestandteil pflegender Formulierungen

  • Retinoiden innerhalb einer vorsichtig aufgebauten Anti-Aging-Routine

Gerade bei Retinoiden oder Peelings ist eine verlässliche Feuchtigkeitspflege wichtig, weil intensive Wirkstoffe Trockenheit und Reizung verursachen können.

Ist Glycerin für jeden geeignet?

Glycerin kann Bestandteil von Produkten für nahezu jeden Hauttyp sein. Trotzdem ist kein Inhaltsstoff für jede Person und jede Situation uneingeschränkt geeignet.

Entscheidend sind:

  • die fertige Formulierung

  • die verwendete Konzentration

  • der aktuelle Hautzustand

  • weitere enthaltene Inhaltsstoffe

  • persönliche Allergien und Unverträglichkeiten

  • die Art der Anwendung

Ein gutes Glycerinprodukt sollte sich angenehm anfühlen und keine dauerhafte Klebrigkeit, Reizung oder starke Trockenheit verursachen. Wenn ein Produkt nicht vertragen wird, bedeutet das nicht automatisch, dass Glycerin der Auslöser ist. Häufig muss die gesamte Inhaltsstoffliste betrachtet werden.

Kann Glycerin die Haut austrocknen?

Rund um Glycerin hält sich ein verbreiteter Mythos: Bei niedriger Luftfeuchtigkeit ziehe der Inhaltsstoff Wasser aus tieferen Hautschichten an die Oberfläche und trockne die Haut dadurch aus.

Diese Erklärung wird häufig wiederholt, ist in dieser pauschalen Form aber wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Glycerin bindet Wasser, doch seine Wirkung auf der Haut hängt von einem komplexeren System ab.

Dazu gehören:

  • das Wasser innerhalb der kosmetischen Formulierung

  • die Glycerinkonzentration

  • weitere Feuchthaltemittel

  • enthaltene Lipide und Filmbildner

  • der Zustand der Hautbarriere

  • die aufgetragene Produktmenge

  • Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass glycerinhaltige Formulierungen die Hydration der Hornschicht verbessern können. Positive Effekte wurden auch unter trockenen und kalten Umweltbedingungen beschrieben.

Daraus folgt jedoch nicht, dass jede beliebige Menge reinen Glycerins unter allen Bedingungen optimal ist. Besonders hoch konzentriertes oder unverdünntes Glycerin verhält sich anders als ein fertig formuliertes Serum oder eine Creme.

Die praktisch sinnvollste Empfehlung lautet deshalb: Verwende Glycerin in einem professionell formulierten Hautpflegeprodukt, das zusätzlich Wasser und je nach Produktart weitere pflegende Bestandteile enthält.

Sollte man reines Glycerin auf die Haut auftragen?

Reines Glycerin ist eine dickflüssige, klebrige und stark hygroskopische Flüssigkeit. Es direkt auf das Gesicht aufzutragen, bietet gegenüber einer ausgewogenen Formulierung normalerweise keinen klaren Vorteil.

Unverdünntes Glycerin kann:

  • sich sehr klebrig anfühlen

  • andere Produkte schlecht darüber verteilen lassen

  • bei empfindlicher oder bereits gereizter Haut unangenehm sein

  • durch eine selbst hergestellte Mischung falsch dosiert werden

  • die Stabilität und Konservierung eines DIY-Produkts erschweren

Kosmetische Produkte kombinieren Glycerin gezielt mit Wasser, Lipiden, Emulgatoren, Konservierungsmitteln und weiteren Inhaltsstoffen. Dadurch wird nicht nur die Anwendung angenehmer. Die gesamte Feuchtigkeitswirkung kann ausgewogener gestaltet werden.

Von selbst hergestellten Wasser-Glycerin-Mischungen ist außerdem aus hygienischen Gründen abzuraten. Sobald Wasser in eine Formulierung gelangt, kann sie anfällig für mikrobielles Wachstum werden. Ein selbst gemischtes Spray oder Serum besitzt ohne geeignetes Konservierungssystem keine verlässlich sichere Haltbarkeit.

Reines Glycerin sollte deshalb nicht als besonders „natürliche“ oder wirksamere Alternative zu einem fertigen Produkt betrachtet werden.

Welche Glycerinkonzentration ist sinnvoll?

Auf kosmetischen Produkten muss die genaue Konzentration von Glycerin normalerweise nicht angegeben werden. Deshalb lässt sich anhand der Inhaltsstoffliste häufig nicht erkennen, ob ein Produkt beispielsweise drei, fünf oder zehn Prozent enthält.

In wissenschaftlichen Untersuchungen wurden sehr unterschiedliche Konzentrationen verwendet. Positive Effekte auf die Hautfeuchtigkeit wurden unter anderem mit Formulierungen im ein- und zweistelligen Prozentbereich untersucht. Eine einzelne ideale Konzentration für alle Hauttypen und Produktarten lässt sich daraus nicht ableiten.

Mehr Glycerin bedeutet nicht automatisch mehr Feuchtigkeit oder eine bessere Creme. Mit zunehmender Konzentration kann sich eine Formulierung klebriger oder schwerer anfühlen. Entscheidend ist deshalb nicht die höchstmögliche Menge, sondern eine ausgewogene Rezeptur.

Kann man die Menge an der INCI-Liste erkennen?

Kosmetische Inhaltsstoffe werden grundsätzlich in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils aufgeführt. Für Stoffe, die in Konzentrationen von höchstens einem Prozent enthalten sind, darf die Reihenfolge anschließend variieren.

Steht Glycerin weit oben in der Liste, ist es wahrscheinlich in einer relevanten Menge enthalten. Die genaue Konzentration lässt sich daraus trotzdem nicht bestimmen.

Auch eine Position weiter hinten bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt unwirksam ist. Manche Formulierungen kombinieren mehrere Feuchthaltemittel, die gemeinsam zum gewünschten Ergebnis beitragen.

Die INCI-Liste eignet sich deshalb zur Orientierung, ersetzt aber keine Beurteilung der fertigen Formulierung.

Wie wird Glycerin richtig angewendet?

Glycerin ist in vielen unterschiedlichen Produktarten enthalten. Die richtige Anwendung richtet sich deshalb in erster Linie nach dem jeweiligen Produkt.

Eine typische Reihenfolge lautet:

  1. Haut sanft reinigen

  2. Glycerinhaltigen Toner oder ein Serum auftragen

  3. Feuchtigkeitscreme verwenden

  4. Morgens Sonnenschutz auftragen

Ein glycerinhaltiger Toner oder ein Serum wird normalerweise vor der Gesichtscreme verwendet. Enthält bereits die Creme Glycerin, ist kein zusätzliches Glycerinserum erforderlich.

Trage das Produkt entsprechend den Herstellerhinweisen auf. Bei einem leichten Toner oder Serum kann eine noch leicht feuchte Haut angenehm sein. Die Haut muss dafür aber nicht tropfnass sein.

Bei trockener Haut ist anschließend eine Creme sinnvoll, die neben Feuchthaltemitteln auch weichmachende oder stärker abschließende Bestandteile enthält. Dadurch wird nicht nur Wasser gebunden, sondern auch sein Verlust über die Hautoberfläche begrenzt.

Kann Glycerin morgens und abends verwendet werden?

Glycerin macht die Haut nicht lichtempfindlicher und kann grundsätzlich sowohl morgens als auch abends verwendet werden.

Am Morgen kann es in einem Toner, Serum, einer Creme oder einer Sonnencreme enthalten sein. Am Abend passt es besonders gut in eine feuchtigkeitsspendende Routine nach der Reinigung oder in eine Pflege, die zusammen mit potenziell austrocknenden Wirkstoffen verwendet wird.

Wie oft ein Produkt verwendet werden sollte, hängt trotzdem von der gesamten Formulierung ab. Ein gewöhnliches glycerinhaltiges Feuchtigkeitsserum lässt sich häufig täglich anwenden. Enthält dasselbe Produkt zusätzlich Säuren, Retinoide oder andere intensive Wirkstoffe, gelten deren Anwendungshinweise.

Mit welchen Wirkstoffen kann Glycerin kombiniert werden?

Glycerin ist mit den meisten verbreiteten kosmetischen Inhaltsstoffen kombinierbar. Es bestehen keine bekannten grundsätzlichen Kombinationen, die allein wegen Glycerin vermieden werden müssten.

Der Inhaltsstoff kann unter anderem gemeinsam verwendet werden mit:

  • Hyaluronsäure

  • Ceramiden

  • Niacinamid

  • Panthenol

  • Urea

  • Squalan

  • Peptiden

  • Vitamin C

  • Retinol oder Retinal

  • AHA, BHA und PHA

  • Azelainsäure

  • Centella Asiatica

Das bedeutet nicht, dass jedes Produkt mit all diesen Wirkstoffen gleichzeitig verwendet werden sollte. Die Verträglichkeit einer Routine hängt weiterhin von Konzentrationen, Formulierungen und dem individuellen Hautzustand ab.

Glycerin übernimmt innerhalb solcher Kombinationen vor allem die feuchtigkeitsspendende Funktion. Es neutralisiert keine Reizungen und verhindert nicht zuverlässig, dass ein intensiver Wirkstoff Trockenheit verursacht.

Glycerin und Hyaluronsäure

Glycerin und Hyaluronsäure gehören beide zu den Feuchthaltemitteln, sind chemisch jedoch sehr unterschiedlich.

Glycerin ist ein kleines Molekül und ein dreiwertiger Alkohol. Hyaluronsäure ist ein wesentlich größeres Zuckermolekül, dessen Eigenschaften unter anderem von seinem Molekulargewicht und der jeweiligen Formulierung abhängen.

Beide Inhaltsstoffe können Wasser binden. In Pflegeprodukten werden sie häufig miteinander kombiniert, weil sie sich in einer Feuchtigkeitsformulierung ergänzen können.

Es gibt keinen grundsätzlichen Grund, warum du dich für genau einen der beiden Inhaltsstoffe entscheiden müsstest. Ebenso benötigt eine gute Feuchtigkeitscreme nicht zwingend beide.

Glycerin besitzt eine lange Anwendungsgeschichte und eine solide Datenlage zur Hydration der Hornschicht. Hyaluronsäure ist besonders durch ihre starke Vermarktung als feuchtigkeitsbindender Wirkstoff bekannt.

Mehr über ihre verschiedenen Formen und realistischen Wirkungen erfährst du in unserem Beitrag „Hyaluronsäure: Wirkung, Anwendung und Vorteile“.

Glycerin und Ceramide

Glycerin und Ceramide übernehmen unterschiedliche Aufgaben.

Glycerin hilft dabei, Wasser in der Hornschicht zu binden. Ceramide gehören zu den Lipiden, die natürlicherweise zwischen den Zellen der Hornschicht vorkommen und einen wichtigen Bestandteil der Hautbarriere bilden.

Eine Formulierung mit beiden Inhaltsstoffen kann deshalb besonders bei trockener oder beanspruchter Haut sinnvoll sein: Glycerin unterstützt die Feuchtigkeitsversorgung, während passend formulierte Ceramide die Lipidstruktur der Hautpflege ergänzen können.

Glycerin und Niacinamid

Glycerin und Niacinamid lassen sich grundsätzlich miteinander kombinieren. Glycerin sorgt hauptsächlich für Feuchtigkeit, während Niacinamid je nach Formulierung verschiedene Hautfunktionen unterstützen kann.

Diese Kombination ist häufig in Seren, Tonern und Gesichtscremes zu finden. Bei empfindlicher Haut entscheidet nicht die Kombination allein über die Verträglichkeit. Auch die Niacinamidkonzentration und die übrige Rezeptur spielen eine Rolle.

Glycerin mit Retinol, Retinal und Säuren

Retinoide und chemische Peelings können bei manchen Menschen Trockenheit, Schuppung oder Reizung verursachen. Eine glycerinhaltige Feuchtigkeitspflege kann deshalb eine solche Routine sinnvoll begleiten.

Glycerin macht eine zu intensive Anwendung jedoch nicht automatisch verträglich. Wenn Retinol, Retinal, AHA oder BHA starkes Brennen und anhaltende Rötungen verursachen, sollte nicht einfach mehr Feuchtigkeitspflege darüber aufgetragen werden. In diesem Fall müssen Häufigkeit, Konzentration oder Produktkombination überprüft werden.

Glycerin ist eine unterstützende Feuchtigkeitspflege – kein Gegenmittel gegen Überpflege.

Ist Glycerin in Kosmetik sicher?

Glycerin gehört zu den seit Langem verwendeten und gut untersuchten kosmetischen Inhaltsstoffen. Das Expertengremium des Cosmetic Ingredient Review bewertete die verfügbaren toxikologischen und dermatologischen Daten und kam zu dem Ergebnis, dass Glycerin bei den untersuchten kosmetischen Anwendungen und Verwendungskonzentrationen als sicher gilt.

Auch die europäische Kosmetikdatenbank CosIng führt Glycerin als kosmetischen Inhaltsstoff. Es kann unter anderem als Feuchthaltemittel, hautpflegender Bestandteil und Lösungsmittel eingesetzt werden.

Das bedeutet nicht, dass jedes glycerinhaltige Produkt automatisch für jede Person geeignet ist. Die Verträglichkeit hängt immer von der vollständigen Formulierung ab. Ein Produkt kann neben Glycerin beispielsweise Duftstoffe, Konservierungsmittel, Säuren oder andere Inhaltsstoffe enthalten, auf die empfindliche Haut reagiert.

Welche Nebenwirkungen kann Glycerin haben?

In üblichen kosmetischen Formulierungen wird Glycerin im Allgemeinen gut vertragen. Mögliche unerwünschte Reaktionen sind dennoch nicht vollständig ausgeschlossen.

Dazu können gehören:

  • Brennen auf bereits gereizter oder verletzter Haut

  • Rötungen

  • Juckreiz

  • ein unangenehm klebriges Hautgefühl

  • selten eine allergische Kontaktreaktion

In der medizinischen Literatur existieren einzelne Fallberichte über eine Kontaktallergie gegen Glycerin. Solche Berichte zeigen, dass eine Reaktion möglich ist, belegen aber nicht, dass Glycerin ein häufiges Allergen ist.

Wenn ein glycerinhaltiges Produkt nicht vertragen wird, muss außerdem nicht zwangsläufig Glycerin der Auslöser sein. Kosmetikprodukte enthalten viele Bestandteile, die bei empfindlichen Personen Reaktionen verursachen können.

Bei anhaltender Rötung, starkem Juckreiz, Schwellungen oder wiederkehrenden Beschwerden sollte das Produkt abgesetzt und die Ursache dermatologisch abgeklärt werden. Ein professioneller Epikutantest kann bei Verdacht auf eine Kontaktallergie hilfreich sein.

Ist Glycerin für die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit geeignet?

Für gewöhnliches, äußerlich angewendetes Glycerin in kosmetischen Produkten bestehen keine allgemein bekannten besonderen Einschränkungen während Schwangerschaft oder Stillzeit.

Entscheidend ist jedoch die vollständige Produktformulierung. Eine Creme kann neben Glycerin andere Wirkstoffe enthalten, für die besondere Empfehlungen gelten. Retinoide werden beispielsweise üblicherweise nicht während der Schwangerschaft verwendet.

Beurteile deshalb nie nur Glycerin, sondern das gesamte Produkt. Bei medizinischen Hautproblemen, Unsicherheit oder der Anwendung auf großen beziehungsweise verletzten Hautflächen empfiehlt sich eine Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal.

So findest du ein passendes Produkt mit Glycerin

Glycerin kann in nahezu jeder Kategorie der Hautpflege enthalten sein. Welches Produkt sinnvoll ist, hängt davon ab, welchen Schritt deiner Routine du ergänzen möchtest.

Glycerinhaltiger Toner oder Essence

Ein leichter Toner oder eine Essence eignet sich für zusätzliche Feuchtigkeit nach der Reinigung. Diese Produkte können besonders bei feuchtigkeitsarmer Haut angenehm sein.

Achte darauf, ob der Toner ausschließlich Feuchtigkeit spenden soll oder zusätzlich peelende Säuren enthält. Ein Säuretoner besitzt eine andere Funktion und muss vorsichtiger verwendet werden.

Glycerinhaltiges Serum

Ein Serum kann Glycerin mit Hyaluronsäure, Panthenol, Niacinamid oder weiteren Inhaltsstoffen kombinieren. Es wird gewöhnlich nach der Reinigung beziehungsweise nach einem Toner und vor der Gesichtscreme aufgetragen.

Ein eigenes Glycerinserum ist nicht erforderlich, wenn deine übrigen Pflegeprodukte bereits ausreichend Feuchthaltemittel enthalten.

Gesichtscreme mit Glycerin

In einer Creme wird Glycerin häufig mit weichmachenden Lipiden und stärker abschließenden Bestandteilen kombiniert. Dadurch kann die Formulierung Wasser in der Hornschicht binden und gleichzeitig seinen Verlust über die Hautoberfläche begrenzen.

Die Textur sollte zum Hauttyp passen:

  • leichte Gel-Creme für fettige oder normale Haut

  • Emulsion für normale Haut oder Mischhaut

  • reichhaltigere Creme für trockene Haut

  • möglichst einfache, gut verträgliche Formulierung für empfindliche Haut

Mehr über die Unterschiede erfährst du in unserem Beitrag „Gesichtscreme, Gel oder Emulsion: Welche Textur passt zu welchem Hauttyp?“.

Glycerin in Reinigungsprodukten

Glycerin wird auch in Gesichtsreinigern eingesetzt. Es kann dort zu einem angenehmeren Hautgefühl beitragen. Da der Cleanser wieder abgewaschen wird, ist die Kontaktzeit allerdings kürzer als bei einem Serum oder einer Creme.

Ein glycerinhaltiger Reiniger ist außerdem nicht automatisch mild. Auch die verwendeten Tenside, der pH-Wert und die gesamte Formulierung bestimmen, wie sich die Haut nach der Reinigung anfühlt.

Glycerin in Bodylotion und Handcreme

Glycerin eignet sich nicht nur für die Gesichtspflege. Gerade Hände, Beine und andere trockene Körperstellen können von glycerinhaltigen Lotionen und Cremes profitieren.

Besonders nach dem Duschen oder Händewaschen ist die Anwendung sinnvoll. Trage die Pflege auf die noch leicht feuchte Haut auf, um die vorhandene Feuchtigkeit besser zu bewahren.

Häufig gestellte Fragen zu Glycerin

Was bewirkt Glycerin auf der Haut?

Glycerin wirkt als Feuchthaltemittel. Es hilft dabei, Wasser in der Hornschicht zu binden. Dadurch kann sich die Haut weicher und geschmeidiger anfühlen sowie weniger rau und schuppig erscheinen.

Ist Glycerin natürlich?

Glycerin kommt natürlicherweise im Körper und in der Haut vor. Kosmetisches Glycerin kann aus pflanzlichen oder tierischen Fetten, synthetisch oder durch Fermentationsverfahren gewonnen werden.

Der INCI-Name „Glycerin“ verrät nicht, aus welcher Quelle der Rohstoff stammt.

Ist pflanzliches Glycerin besser als synthetisches Glycerin?

Bei ausreichender Reinheit besitzt das Glycerinmolekül unabhängig von seiner Herkunft dieselbe chemische Struktur. „Pflanzlich“ bedeutet deshalb nicht automatisch wirksamer oder verträglicher.

Für vegane Kosmetik ist die Herkunft dennoch relevant. Orientiere dich an der Kennzeichnung des gesamten Produkts oder frage beim Hersteller nach.

Ist Glycerin komedogen?

Aus einem einzelnen Inhaltsstoff lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen, ob ein fertiges Produkt Poren verstopft. Glycerin ist kein Öl und wird häufig in leichten Produkten für fettige oder unreine Haut verwendet.

Ob eine Creme oder ein Serum für zu Akne neigende Haut geeignet ist, hängt von der gesamten Formulierung ab. Achte auf eine leichte Textur und gegebenenfalls eine Kennzeichnung als nicht komedogen.

Kann Glycerin Pickel verursachen?

Glycerin behandelt keine Akne, gilt aber auch nicht allgemein als typischer Auslöser von Pickeln. Reagiert deine Haut nach einem neuen Produkt mit Unreinheiten, müssen sämtliche Inhaltsstoffe und die Produkttextur betrachtet werden.

Ist Glycerin gut für sehr trockene Haut?

Ja, Glycerin kann die Hydration trockener Haut unterstützen. Bei sehr trockener Haut ist meist eine Formulierung sinnvoll, die zusätzlich Lipide oder stärker abschließende Bestandteile enthält.

Ein leichtes Glycerinserum allein reicht möglicherweise nicht aus, um den Feuchtigkeitsverlust ausreichend zu begrenzen.

Ist Glycerin gut für fettige Haut?

Auch fettige Haut kann feuchtigkeitsarm sein. Glycerin lässt sich in leichte, wasserbasierte Seren, Toner und Gel-Cremes integrieren, ohne dass das Produkt zwangsläufig fettig sein muss.

Kann Glycerin bei empfindlicher Haut verwendet werden?

Glycerin wird allgemein gut vertragen und ist häufig in Produkten für empfindliche Haut enthalten. Seltene individuelle Reaktionen sind trotzdem möglich.

Teste ein neues Produkt bei sehr empfindlicher Haut zunächst an einer kleinen Stelle und beachte die gesamte Formulierung.

Kann man Glycerin täglich verwenden?

Ein gewöhnliches, gut verträgliches Feuchtigkeitsprodukt mit Glycerin kann häufig morgens und abends verwendet werden. Enthält das Produkt zusätzlich intensive Wirkstoffe, richtet sich die Häufigkeit nach deren Anwendungshinweisen.

Macht Glycerin lichtempfindlich?

Glycerin macht die Haut nicht lichtempfindlicher. Es ersetzt jedoch keinen Sonnenschutz. Am Morgen wird eine glycerinhaltige Pflege vor dem Sonnenschutz aufgetragen.

Muss Glycerin auf feuchte Haut aufgetragen werden?

Nein. Ein glycerinhaltiges Produkt wirkt nicht ausschließlich auf feuchter Haut. Die Anwendung auf noch leicht feuchter Haut kann sich bei einem Toner, Serum oder einer Creme jedoch angenehm anfühlen.

Befolge im Zweifel die Anwendungshinweise des jeweiligen Produkts.

Ist Glycerin dasselbe wie Hyaluronsäure?

Nein. Beide Inhaltsstoffe können als Feuchthaltemittel eingesetzt werden, besitzen aber eine unterschiedliche chemische Struktur.

Sie können gemeinsam in einer Formulierung vorkommen und müssen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Ist Glycerin dasselbe wie Ethylhexylglycerin?

Nein. Ethylhexylglycerin ist ein eigenständiger Inhaltsstoff mit anderen Funktionen. Es wird unter anderem zur Unterstützung von Konservierungssystemen eingesetzt.

Eine Unverträglichkeit gegenüber Ethylhexylglycerin bedeutet nicht automatisch eine Allergie gegen gewöhnliches Glycerin.

Zwei Carelune-Produkte mit Glycerin

Die folgenden Produkte enthalten laut den veröffentlichten Inhaltsstofflisten Glycerin. Sie zeigen gleichzeitig, dass Glycerin in sehr unterschiedlichen Produktarten eingesetzt werden kann.

EOS Shea Better Body Lotion Vanilla Cashmere

In der EOS Shea Better Body Lotion Vanilla Cashmere steht Glycerin laut offizieller Inhaltsstoffliste direkt nach Wasser. Damit gehört es zu den mengenmäßig besonders weit vorne aufgeführten Bestandteilen der Formulierung.

Die Bodylotion kombiniert Glycerin unter anderem mit Shea Butter, Sheaöl, Kakaobutter, Arganöl und Dimethicone. Während Glycerin Wasser in der Hornschicht bindet, ergänzen die pflegenden und abschließenden Bestandteile die Formulierung.

Die Lotion eignet sich besonders zur Pflege trockener Körperstellen und kann nach dem Duschen auf die noch leicht feuchte Haut aufgetragen werden. Dabei sollte beachtet werden, dass die Vanilla-Cashmere-Variante Duftstoffe enthält. Sehr empfindliche oder auf Parfüm reagierende Haut sollte ein neues Produkt zunächst an einer kleinen Stelle testen.

ROUND LAB 1025 Dokdo Cleanser

Beim ROUND LAB 1025 Dokdo Cleanser steht Glycerin laut veröffentlichter Inhaltsstoffliste an dritter Stelle – nach Wasser und dem Reinigungstensid Sodium Cocoyl Isethionate.

Als wasserbasierter Cleanser entfernt das Produkt Schweiß, Schmutz und verbliebene Rückstände von der Haut. Glycerin ist hier Teil einer abwaschbaren Reinigungsformulierung und kann zu einem angenehmeren Hautgefühl nach der Reinigung beitragen.

Der Cleanser kann morgens oder abends verwendet werden. Wer Make-up oder schwer entfernbaren Sonnenschutz trägt, kann ihn abends als zweiten Schritt nach einem Ölreiniger einsetzen.

Da das Produkt wieder abgespült wird, verbleibt Glycerin wesentlich kürzer auf der Haut als bei einer Creme oder Bodylotion. Ein glycerinhaltiger Reiniger ersetzt deshalb keine anschließende Feuchtigkeitspflege.

Glycerin ist ein unscheinbarer, aber wirkungsvoller Feuchtigkeitsspender

Glycerin gehört zu den zuverlässigsten und am besten untersuchten Feuchthaltemitteln in der Hautpflege. Der Inhaltsstoff hilft der Hornschicht dabei, Wasser zu binden, und kann dadurch zu einem weicheren, glatteren und weniger trockenen Hautgefühl beitragen.

Seine wichtigste Wirkung liegt nicht in der Behandlung von Akne, Pigmentflecken oder tieferen Falten. Glycerin schafft vielmehr eine gut durchfeuchtete Grundlage, auf der eine ausgewogene Hautpflegeroutine aufbauen kann.

Der Inhaltsstoff eignet sich grundsätzlich für trockene, fettige, unreine, empfindliche und reife Haut. Entscheidend ist nicht Glycerin allein, sondern die gesamte Produktformulierung. Eine leichte Gel-Creme kann bei fettiger Haut angenehm sein, während trockene Haut häufig eine reichhaltigere Kombination aus Feuchthaltemitteln, Lipiden und abschließenden Bestandteilen benötigt.

Der Mythos, Glycerin trockne die Haut bei niedriger Luftfeuchtigkeit grundsätzlich aus, ist zu pauschal. Sinnvoll ist trotzdem, auf professionell formulierte Produkte zu setzen und reines Glycerin oder unkonservierte DIY-Mischungen nicht unüberlegt im Gesicht anzuwenden.

Glycerin ist kein spektakulärer Trendwirkstoff. Gerade das macht es so wertvoll: Es erfüllt eine grundlegende Aufgabe, ist vielseitig einsetzbar und besitzt eine solide wissenschaftliche Grundlage.

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