Die richtige Skincare Reihenfolge – Welche Produkte wann auftragen?

Skincare-Produkte in der richtigen Reihenfolge aufgetragen

Wer sich intensiver mit Hautpflege beschäftigt, stellt schnell fest, dass es heute unzählige Produkte gibt – von Reinigungsölen über Toner und Seren bis hin zu reichhaltigen Cremes oder Sonnenschutz. Gerade am Anfang kann das schnell überfordernd wirken. Viele fragen sich deshalb, welche Produkte wirklich notwendig sind und in welcher Reihenfolge sie angewendet werden sollten.

Tatsächlich spielt die Reihenfolge der Hautpflege eine größere Rolle, als viele vermuten. Selbst hochwertige Pflegeprodukte können ihre Wirkung nicht optimal entfalten, wenn sie in der falschen Reihenfolge aufgetragen werden. Leichte Formulierungen werden beispielsweise von reichhaltigen Cremes daran gehindert, gut in die Haut einzuziehen. Umgekehrt kann eine Feuchtigkeitspflege ihre Aufgabe nur dann richtig erfüllen, wenn die Haut zuvor gründlich gereinigt und auf die nachfolgenden Pflegeschritte vorbereitet wurde.

Eine durchdachte Skincare-Routine muss dabei keineswegs kompliziert sein. Viele Menschen glauben, sie müssten zehn verschiedene Produkte verwenden, um schöne Haut zu bekommen. In Wirklichkeit reichen oft wenige, gut aufeinander abgestimmte Produkte aus, die regelmäßig angewendet werden und zum eigenen Hauttyp passen.

In diesem Artikel zeigen wir dir Schritt für Schritt die richtige Reihenfolge deiner Hautpflege – von der Reinigung bis zum Sonnenschutz. Außerdem erfährst du, welche Produkte morgens und abends sinnvoll sind, welche Reihenfolge bei der koreanischen Hautpflege gilt und welche häufigen Fehler du vermeiden solltest.

Warum ist die richtige Reihenfolge bei der Hautpflege so wichtig?

Jedes Hautpflegeprodukt erfüllt eine bestimmte Aufgabe. Während ein Reiniger Schmutz, überschüssigen Talg und Rückstände entfernt, versorgt ein Serum die Haut mit konzentrierten Wirkstoffen. Eine Feuchtigkeitscreme hilft anschließend dabei, die Hautbarriere zu unterstützen und Feuchtigkeit in der Haut zu bewahren. Damit jeder dieser Schritte optimal wirken kann, ist die Reihenfolge entscheidend.

Als Faustregel gilt: Von leicht nach reichhaltig. Dünnflüssige Produkte wie Toner oder Seren werden zuerst aufgetragen, da sie schnell einziehen und ihre Inhaltsstoffe direkt an die Haut abgeben können. Reichhaltigere Cremes folgen anschließend und bilden eine schützende Schicht, die dabei hilft, Feuchtigkeit in der Haut zu halten.

Würde man die Reihenfolge umdrehen und zunächst eine reichhaltige Creme auftragen, könnten leichtere Produkte anschließend nicht mehr so gut aufgenommen werden. Dadurch geht ein Teil ihrer Wirkung verloren.

Auch der Sonnenschutz spielt eine besondere Rolle. Er wird immer als letzter Schritt der Morgenroutine aufgetragen, da er einen schützenden Film auf der Haut bildet und seine volle Wirkung nur entfalten kann, wenn keine weiteren Pflegeprodukte darüber verteilt werden.

Neben der richtigen Reihenfolge ist auch Beständigkeit entscheidend. Eine einfache Routine, die täglich angewendet wird, ist langfristig meist deutlich erfolgreicher als ständig wechselnde Produkte oder komplizierte Pflegeschritte.

Wenn du gerade erst mit Hautpflege beginnst, empfehlen wir dir außerdem unseren Beitrag „Skincare Basics: Häufige Anfängerfehler vermeiden“. Dort erfährst du, welche Fehler besonders häufig gemacht werden und wie du sie vermeiden kannst.

Schritt 1: Die Gesichtsreinigung

Jede Hautpflegeroutine beginnt mit einer gründlichen Reinigung. Im Laufe des Tages sammeln sich Schweiß, überschüssiger Talg, Sonnenschutz, Make-up und Schmutzpartikel auf der Haut. Werden diese Rückstände nicht entfernt, können sie die Poren verstopfen und dazu führen, dass nachfolgende Pflegeprodukte schlechter aufgenommen werden.

Am Morgen genügt vielen Hauttypen bereits eine milde Reinigung, um überschüssigen Talg und Rückstände der Nacht zu entfernen. Am Abend sollte die Haut hingegen besonders gründlich gereinigt werden, damit Make-up, Sonnenschutz und Umwelteinflüsse vollständig entfernt werden.

Wer regelmäßig Sonnenschutz oder Make-up trägt, profitiert häufig von der sogenannten Double-Cleansing-Methode. Dabei wird zunächst ein Reinigungsöl verwendet, um ölhaltige Rückstände zu lösen. Anschließend folgt ein wasserbasierter Reiniger, der Schweiß, Schmutz und verbleibende Rückstände entfernt.

Diese Methode stammt aus der koreanischen Hautpflege und sorgt für eine gründliche Reinigung, ohne die Haut unnötig zu belasten.

Für diesen Schritt eignen sich beispielsweise:

Mehr über diese Reinigungsmethode erfährst du auch in unserem Beitrag „Double Cleansing erklärt: Warum die koreanische Reinigungsmethode so beliebt ist“.

Schritt 2: Toner

Nach der Reinigung fühlt sich die Haut bei vielen Menschen zunächst etwas trocken oder gespannt an. Das liegt daran, dass beim Reinigen nicht nur Schmutz und überschüssiger Talg entfernt werden, sondern auch ein Teil der Feuchtigkeit verloren gehen kann. Genau hier kommt der Toner ins Spiel.

Ein Toner versorgt die Haut direkt nach der Reinigung mit Feuchtigkeit und bereitet sie auf die nachfolgenden Pflegeschritte vor. Gleichzeitig sorgt er dafür, dass sich Seren und Cremes anschließend gleichmäßiger auftragen lassen.

Früher enthielten viele Gesichtswasser Alkohol und wurden hauptsächlich verwendet, um die Haut zu entfetten. Moderne Toner verfolgen dagegen einen anderen Ansatz. Sie setzen häufig auf feuchtigkeitsspendende und beruhigende Inhaltsstoffe, die die Haut nach der Reinigung angenehm pflegen.

Gerade in der koreanischen Hautpflege gehört ein Toner deshalb zu den wichtigsten Schritten einer ausgewogenen Routine. Er ist zwar nicht zwingend notwendig, kann aber besonders bei trockener, empfindlicher oder feuchtigkeitsarmer Haut eine sinnvolle Ergänzung sein.

Schritt 3: Essence – Der typische K-Beauty-Schritt

Wer sich zum ersten Mal mit koreanischer Hautpflege beschäftigt, stößt früher oder später auf den Begriff Essence. Viele fragen sich zunächst, worin eigentlich der Unterschied zu einem Serum liegt.

Eine Essence besitzt meist eine besonders leichte, flüssige Textur und wird nach dem Toner aufgetragen. Ihr Ziel ist es, die Haut intensiv mit Feuchtigkeit zu versorgen und sie optimal auf nachfolgende Wirkstoffe vorzubereiten.

Während ein Serum meist ein konkretes Hautproblem wie Pigmentflecken, Unreinheiten oder Trockenheit behandelt, steht bei einer Essence vor allem die allgemeine Pflege und Hydration im Vordergrund.

Nicht jede Hautpflegeroutine benötigt zwingend eine Essence. Wer seine Routine möglichst einfach halten möchte, kann diesen Schritt problemlos überspringen. Gerade bei feuchtigkeitsarmer Haut oder wenn mehrere Wirkstoffe verwendet werden, kann eine Essence jedoch für ein angenehmeres Hautgefühl sorgen.

Wenn du mehr über die koreanische Hautpflege erfahren möchtest, empfehlen wir dir unseren Beitrag „K-Beauty-Routine für Anfänger: Dein 4-Schritte-Guide zu strahlender Haut“.

Schritt 4: Serum – Der wichtigste Wirkstoff-Schritt

Das Serum ist häufig der gezielteste Schritt einer Hautpflegeroutine. Im Gegensatz zu einer Feuchtigkeitscreme enthält es meist höher konzentrierte Wirkstoffe und wird verwendet, um auf bestimmte Hautbedürfnisse einzugehen.

Welches Serum sinnvoll ist, hängt ganz von deinem Hauttyp und deinen persönlichen Hautzielen ab.

Wer sich mehr Feuchtigkeit wünscht, greift häufig zu Produkten mit Hyaluronsäure. Sie unterstützt die Haut dabei, Feuchtigkeit zu speichern und lässt sie frischer sowie praller erscheinen.

Bei einem ungleichmäßigen Hautbild oder überschüssigem Talg wird häufig Niacinamid verwendet. Der Wirkstoff kann das Hautbild verfeinern und die Hautbarriere unterstützen.

Wer Pickelmale oder Rötungen reduzieren möchte, entscheidet sich häufig für Azelainsäure, während Vitamin C besonders beliebt ist, wenn ein ebenmäßiger Teint und mehr Ausstrahlung im Vordergrund stehen.

Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viele Seren gleichzeitig zu verwenden. Häufig reichen bereits ein oder zwei Wirkstoffe vollkommen aus, wenn sie regelmäßig angewendet werden und zu den Bedürfnissen der eigenen Haut passen.

Mehr über die einzelnen Wirkstoffe erfährst du in unseren ausführlichen Ratgebern:

Schritt 5: Augenpflege

Die Haut rund um die Augen ist deutlich dünner als im restlichen Gesicht und verliert schneller Feuchtigkeit. Deshalb verwenden viele Menschen eine spezielle Augenpflege, um diesen empfindlichen Bereich gezielt zu pflegen.

Eine Augencreme oder ein Augenserum wird nach dem Serum und vor der Feuchtigkeitscreme aufgetragen. Bereits eine kleine Menge genügt, die sanft mit dem Ringfinger eingeklopft wird.

Wichtig zu wissen ist jedoch, dass eine Augenpflege kein Pflichtschritt ist. Viele Feuchtigkeitscremes können – sofern sie gut vertragen werden – auch im Bereich rund um die Augen verwendet werden. Spezielle Augenpflege eignet sich vor allem dann, wenn gezielt auf Trockenheit oder erste feine Linien eingegangen werden soll.

Ein beliebtes Produkt für diesen Schritt ist beispielsweise das Beauty of Joseon Revive Eye Serum Ginseng + Retinal, das speziell für die empfindliche Augenpartie entwickelt wurde.

Schritt 6: Feuchtigkeitscreme

Nachdem Seren ihre Wirkstoffe an die Haut abgegeben haben, folgt die Feuchtigkeitscreme. Sie gehört für die meisten Hauttypen zu den wichtigsten Schritten der täglichen Hautpflege und sollte morgens sowie abends angewendet werden.

Viele Menschen glauben, eine Feuchtigkeitscreme würde der Haut ausschließlich Feuchtigkeit zuführen. Tatsächlich erfüllt sie jedoch noch eine weitere wichtige Aufgabe: Sie hilft dabei, die zuvor aufgetragenen Wirkstoffe und die Feuchtigkeit in der Haut zu bewahren. Gleichzeitig unterstützt sie die natürliche Hautbarriere und schützt die Haut vor dem Austrocknen.

Welche Creme die richtige ist, hängt vom jeweiligen Hauttyp ab. Trockene Haut profitiert häufig von reichhaltigeren Formulierungen, während Mischhaut oder fettige Haut meist mit leichteren Gel-Cremes besser zurechtkommt.

Wer zu empfindlicher Haut neigt, sollte auf beruhigende Inhaltsstoffe wie Ceramide oder Centella Asiatica achten. Sie unterstützen die Hautbarriere und können dazu beitragen, Spannungsgefühle oder Trockenheit zu reduzieren.

Für diesen Schritt eignen sich beispielsweise:

Wenn du mehr über die Bedeutung einer gesunden Hautbarriere erfahren möchtest, empfehlen wir dir unseren Artikel „Ceramide erklärt: Warum deine Hautbarriere sie wirklich braucht“.

Schritt 7: Sonnenschutz – Der wichtigste Schritt am Morgen

Ganz gleich, wie hochwertig deine Hautpflegeroutine ist – ohne Sonnenschutz bleibt sie unvollständig. UV-Strahlung gehört zu den größten äußeren Faktoren, die die Haut langfristig beeinflussen können. Sie kann unter anderem zu Pigmentflecken, vorzeitiger Hautalterung und einem ungleichmäßigen Hautbild beitragen.

Deshalb sollte Sonnenschutz jeden Morgen den letzten Schritt deiner Routine bilden. Erst wenn alle Pflegeprodukte vollständig eingezogen sind, wird der Sonnenschutz gleichmäßig auf Gesicht, Hals und – wenn möglich – auch auf das Dekolleté aufgetragen.

Viele verzichten auf Sonnenschutz, wenn es bewölkt ist oder sie sich überwiegend in Innenräumen aufhalten. Tatsächlich gelangen UV-Strahlen jedoch auch an bewölkten Tagen sowie durch Fensterscheiben teilweise bis zur Haut. Aus diesem Grund empfehlen Hautärzte und Dermatologen, Sonnenschutz das ganze Jahr über in die Morgenroutine zu integrieren.

Für die tägliche Anwendung eignen sich leichte Formulierungen besonders gut, da sie sich angenehm tragen lassen und problemlos unter Make-up verwendet werden können.

In unserem Sortiment findest du beispielsweise:

  • Beauty of Joseon Relief Sun SPF50+
  • Beauty of Joseon Relief Sun Aqua Fresh SPF50+

Mehr über dieses Thema erfährst du auch in unserem Beitrag „Warum Sonnenschutz jeden Tag wichtig ist – auch wenn keine Sonne scheint“.

Die richtige Reihenfolge am Morgen

Am Morgen steht vor allem der Schutz der Haut im Mittelpunkt. Die Routine muss dabei nicht kompliziert sein. Bereits wenige, aufeinander abgestimmte Produkte reichen häufig aus.

Die Reihenfolge sieht in der Regel so aus:

  1. Gesichtsreinigung
  2. Toner
  3. Essence (optional)
  4. Serum
  5. Augenpflege
  6. Feuchtigkeitscreme
  7. Sonnenschutz

Nicht jeder Schritt ist zwingend notwendig. Wer seine Routine möglichst einfach halten möchte, erzielt häufig auch mit einer Reinigung, einem Serum, einer Feuchtigkeitscreme und einem Sonnenschutz sehr gute Ergebnisse.

Die richtige Reihenfolge am Abend

Am Abend liegt der Fokus darauf, die Haut gründlich zu reinigen und sie während der Nacht bei ihrer Regeneration zu unterstützen.

Eine typische Abendroutine sieht so aus:

  1. Reinigungsöl (bei Make-up oder Sonnenschutz)
  2. Wasserbasierter Reiniger
  3. Toner
  4. Essence (optional)
  5. Serum
  6. Augenpflege
  7. Feuchtigkeitscreme oder Nachtpflege

Gerade am Abend werden häufig Wirkstoffe wie Retinal oder Azelainsäure verwendet, da sie nicht direkt mit Sonneneinstrahlung in Kontakt kommen.

Die häufigsten Fehler bei der Reihenfolge der Hautpflege

Selbst hochwertige Pflegeprodukte können ihre Wirkung nicht optimal entfalten, wenn sie falsch angewendet werden. Zu den häufigsten Fehlern gehören:

Zu viele Produkte gleichzeitig

Mehr Produkte bedeuten nicht automatisch bessere Ergebnisse. Wer ständig neue Wirkstoffe kombiniert oder mehrere Seren gleichzeitig verwendet, überfordert die Haut häufig eher, als dass sie davon profitiert.

Reichhaltige Produkte zu früh auftragen

Eine dicke Creme vor einem Serum kann verhindern, dass leichte Wirkstoffe optimal aufgenommen werden. Deshalb gilt immer die Regel: von leicht nach reichhaltig.

Sonnenschutz vergessen

Viele investieren viel Zeit in ihre Hautpflege und verzichten anschließend auf den wichtigsten Schritt. Ohne täglichen Sonnenschutz können UV-Strahlen die Haut langfristig belasten und Ergebnisse anderer Pflegeprodukte beeinträchtigen.

Zu häufig reinigen

Eine übermäßige Reinigung kann die Haut austrocknen und die Hautbarriere schwächen. In den meisten Fällen genügt eine sanfte Reinigung morgens und eine gründliche Reinigung am Abend.

Ständig die Routine wechseln

Neue Produkte auszuprobieren macht Spaß. Die Haut benötigt jedoch Zeit, um sich an eine Routine zu gewöhnen. Wer alle paar Tage neue Produkte verwendet, kann häufig gar nicht beurteilen, was der eigenen Haut wirklich guttut.