Madecassosid: Wirkung und Unterschied zu Centella asiatica

Gelartige Skincare-Textur auf hautfarbenem Hintergrund umgeben von Blättern

Die Anzahl an Skincare Wirkstoffen kann auf den ersten Blick sehr überwältigend wirken.  In diesem Beitrag haben wir uns mit dem Wirkstoff Madecassosid auseinander gesetzt und versuchen einen verständlichen Überblick zu liefern.  

Madecassosid taucht immer häufiger auf Verpackungen beruhigender Hautpflege auf. Der Inhaltsstoff wird mit empfindlicher Haut, Rötungen, einer geschwächten Hautbarriere und sogar Kollagenbildung in Verbindung gebracht. Gleichzeitig ist oft von Centella asiatica, Cica oder Tigergras die Rede. Dadurch entsteht leicht der Eindruck, all diese Begriffe würden denselben Wirkstoff bezeichnen.

Das stimmt nicht. Madecassosid ist ein einzelner, chemisch definierter Bestandteil der Pflanze Centella asiatica. Ein Centella-Extrakt kann Madecassosid enthalten, besteht aber aus zahlreichen weiteren Substanzen. Umgekehrt kann ein Produkt isoliertes Madecassosid enthalten, ohne dass ein vollständiger Centella-Extrakt in der Inhaltsstoffliste steht.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sich Studien zu reinem Madecassosid nicht automatisch auf jede Cica-Creme übertragen lassen. Ebenso wenig kann aus einer großen Prozentangabe für Centella-Extrakt abgeleitet werden, wie viel Madecassosid tatsächlich enthalten ist.

Was ist Madecassosid?

Madecassosid ist ein pentazyklisches Triterpen-Glykosid. Es gehört zu den charakteristischen bioaktiven Verbindungen von Centella asiatica, einer Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Im Deutschen wird Centella unter anderem Asiatischer oder Indischer Wassernabel genannt. In der Hautpflege sind außerdem die Begriffe Cica, Tigergras und Gotu Kola verbreitet.

Zu den vier besonders häufig untersuchten Centella-Triterpenen gehören:

  • Madecassosid,

  • Asiaticosid,

  • Madecassinsäure,

  • Asiatische Säure.

Madecassosid und Asiaticosid sind Glykoside: An ihre Grundstruktur ist ein Zuckeranteil gebunden. Madecassinsäure und Asiatische Säure sind die zugehörigen Triterpensäuren. Die Stoffe besitzen ähnliche Namen, sind aber chemisch nicht identisch.

Auf einer INCI-Liste erscheint isoliertes Madecassosid als Madecassoside. Ein Pflanzenextrakt wird dagegen typischerweise als Centella Asiatica Extract oder genauer nach verwendetem Pflanzenteil, etwa Centella Asiatica Leaf Extract, aufgeführt.

Madecassosid oder Centella: Was ist der Unterschied?

Centella asiatica ist die gesamte Pflanze. Ein kosmetischer Centella-Extrakt ist ein Gemisch aus vielen herausgelösten Pflanzenstoffen. Madecassosid ist einer dieser möglichen Bestandteile.

Ein einfaches Bild hilft: Eine Orange enthält Vitamin C, aber eine Orange ist nicht dasselbe wie reines Vitamin C. Ähnlich verhält es sich mit Centella und Madecassosid. Der Vergleich ist nicht chemisch vollständig, zeigt aber den entscheidenden Unterschied zwischen Pflanzenextrakt und Einzelstoff.

Bezeichnung Was ist damit gemeint? Typische INCI-Bezeichnung
Centella asiatica die Pflanze nicht direkt als ganze Pflanze in Kosmetik
Centella-Extrakt Gemisch verschiedener aus der Pflanze gewonnener Stoffe Centella Asiatica Extract oder Centella Asiatica Leaf Extract
Cica Marketing- und Kurzbegriff, meist für Centella-basierte Pflege keine eindeutig definierte INCI-Bezeichnung
Madecassosid einzelnes Triterpen-Glykosid aus Centella Madecassoside
Asiaticosid weiteres Triterpen-Glykosid aus Centella Asiaticoside
Madecassinsäure Triterpensäure aus Centella Madecassic Acid
Asiatische Säure Triterpensäure aus Centella Asiatic Acid


Enthält jeder Centella-Extrakt Madecassosid?

Ein Extrakt aus Centella asiatica kann Madecassosid enthalten. Wie viel davon vorhanden ist, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab:

  • Pflanzenteil und Herkunft,

  • Erntezeitpunkt,

  • Extraktionsmittel und Herstellungsverfahren,

  • Standardisierung des Rohstoffs,

  • Verdünnung im fertigen Produkt,

  • Stabilität während Herstellung und Lagerung.

Steht nur „Centella Asiatica Extract“ auf der Zutatenliste, lässt sich daraus keine genaue Madecassosidkonzentration ablesen. Auch eine Angabe wie „70 Prozent Centella“ sagt ohne nähere Informationen nicht, ob damit ein konzentrierter Trockenextrakt, eine wässrige Extraktlösung oder ein Rohstoffkomplex gemeint ist.

Ist isoliertes Madecassosid besser als Centella?

Nicht grundsätzlich. Ein isolierter Stoff lässt sich genauer dosieren und wissenschaftlich eindeutiger untersuchen. Ein standardisierter Centella-Extrakt enthält dagegen mehrere Triterpene und weitere Pflanzenbestandteile. Ob das für ein bestimmtes Hautziel einen Vorteil bietet, hängt von der Zusammensetzung und dem fertigen Produkt ab.

Eine Creme mit isoliertem Madecassosid ist nicht automatisch wirksamer als ein gut formulierter Centella-Extrakt. Umgekehrt garantiert ein hoher Centella-Anteil keine bestimmte Madecassosidmenge. Die Qualität lässt sich nicht allein am prominentesten Begriff auf der Vorderseite der Verpackung ablesen.

Wenn du Centella als Gesamtwirkstoff genauer kennenlernen möchtest, findest du im Carelune-Ratgeber Centella asiatica: Wirkung, Vorteile und Anwendung die ausführliche Einordnung.

Welche Wirkung kann Madecassosid auf die Haut haben?

Madecassosid wird vor allem wegen möglicher entzündungsmodulierender, antioxidativer und regenerationsbegleitender Eigenschaften erforscht. Vieles klingt für Kosmetik interessant. Die Qualität der Evidenz unterscheidet sich jedoch stark: Ein erheblicher Teil stammt aus Zellkulturen und Tiermodellen; klinische Daten am Menschen sind vorhanden, aber deutlich begrenzter.

Beruhigendes Potenzial

In präklinischen Untersuchungen beeinflusst Madecassosid verschiedene Signalwege und Botenstoffe, die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind. Das liefert eine plausible Erklärung dafür, warum der Stoff in Pflege für empfindlich wirkende oder vorübergehend gereizte Haut eingesetzt wird.

„Entzündungshemmend“ sollte bei Kosmetik trotzdem vorsichtig verwendet werden. Ein Laborbefund ist keine Garantie, dass eine beliebige Creme sichtbare Rötung behandelt. Die Wirkung des fertigen Produkts wird ebenso von Feuchthaltemitteln, Lipiden, Emulgatoren, Konservierung, pH-Wert und möglichen Reizstoffen bestimmt.

Madecassosid ersetzt außerdem keine Therapie von Rosazea, Neurodermitis, Akne oder einer anderen entzündlichen Hauterkrankung. Bei anhaltender Rötung, Juckreiz, Schmerzen oder nässenden Stellen ist eine dermatologische Diagnose wichtiger als der nächste Cica-Wirkstoff.

Antioxidative Eigenschaften

Oxidativer Stress entsteht, wenn reaktive Moleküle die Schutzsysteme der Haut überfordern. UV-Strahlung, Entzündungsprozesse und Umweltfaktoren können daran beteiligt sein. Experimentelle Studien beschreiben für Madecassosid antioxidative Effekte und eine Beeinflussung zellulärer Schutzmechanismen.

Das macht Madecassosid zu einem interessanten ergänzenden Inhaltsstoff, aber nicht zu einem Ersatz für Sonnenschutz. Ein kosmetisches Antioxidans verhindert keinen Sonnenbrand und erreicht nicht den standardisierten UV-Schutz eines geprüften Sonnenschutzmittels.

Hautregeneration und Wundheilung

Centella asiatica besitzt eine lange traditionelle Verwendung bei kleineren Wunden. Madecassosid und andere Triterpene werden im Zusammenhang mit Zellmigration, Kollagensynthese, Gefäßneubildung und Reepithelisierung untersucht. Übersichtsarbeiten beschreiben interessante präklinische und klinische Hinweise.

Für normale Hautpflege muss daraus eine klare Grenze gezogen werden: Ein Kosmetikprodukt mit Madecassosid gehört nicht in offene Wunden, sofern es nicht ausdrücklich als dafür zugelassenes Medizinprodukt oder Arzneimittel vorgesehen ist. Forschung zur Wundheilung belegt nicht, dass jedes Serum verletzte Haut behandeln darf.

Auf geschlossener, vorübergehend beanspruchter Haut kann eine gut formulierte Pflege die natürliche Erholung begleiten. Dabei leisten die feuchtigkeitsspendende Grundlage und barriereschützende Bestandteile häufig einen ebenso wichtigen Beitrag wie der hervorgehobene Pflanzenstoff.

Kollagen und feine Linien

In Zell- und Tiermodellen beeinflussen Centella-Triterpene Prozesse, die mit Kollagenbildung und -abbau verbunden sind. Eine klinische Untersuchung kombinierte Madecassosid mit Vitamin C und beobachtete nach längerer Anwendung Veränderungen an Zeichen lichtgealterter Haut. Weil zwei Wirkstoffe gemeinsam eingesetzt wurden, lässt sich der Effekt nicht Madecassosid allein zuschreiben.

Die Aussage „Madecassosid baut Kollagen auf“ ist für ein beliebiges Kosmetikprodukt daher zu weitgehend. Realistischer ist: Madecassosid wird wegen möglicher Einflüsse auf regenerationsbezogene Prozesse erforscht und kann eine gut formulierte Anti-Aging-Pflege ergänzen. Der tägliche UV-Schutz bleibt für die Vorbeugung lichtbedingter Hautalterung wesentlich besser belegt.

Pigmentierung

Eine kontrollierte Untersuchung untersuchte Madecassosid nach künstlich ausgelöster UV-Pigmentierung und fand nach acht Wochen eine Verringerung des gemessenen Melaninindex. Ergänzende Laborbefunde deuten auf eine Beeinflussung der Melaninsynthese hin.

Das macht Madecassosid noch nicht zu einem etablierten Hauptwirkstoff gegen jede Art von Pigmentfleck. Für Melasma, postinflammatorische Hyperpigmentierung und Sonnenflecken gelten unterschiedliche Ursachen und Behandlungsansätze. Ein einzelnes positives Ergebnis sollte deshalb nicht zu pauschalen „Brightening“-Versprechen führen.

Wie gut ist die Studienlage wirklich?

Die Forschung zu Madecassosid ist umfangreich, aber nicht gleichmäßig auf kosmetische Gesichtspflege übertragbar. Studien untersuchen unter anderem:

  • isolierte Zellen,

  • rekonstruierte Hautmodelle,

  • Tiere,

  • oral verabreichtes Madecassosid,

  • medizinische Wundpräparate,

  • Kombinationen mit anderen Wirkstoffen,

  • speziell entwickelte Trägersysteme.

Diese Ergebnisse beantworten nicht automatisch, was ein frei verkäufliches Serum auf intakter Gesichtshaut bewirkt. Madecassosid ist ein relativ polares Molekül, dessen Eindringen durch die Hautbarriere begrenzt sein kann. Formulierung und Trägersystem spielen daher eine wichtige Rolle.

Die überzeugendste Einordnung lautet: Die Mechanismen und präklinischen Daten sind vielversprechend. Für konkrete kosmetische Aussagen zu Rötung, Barriere, Akne oder Falten fehlen jedoch große, unabhängige und langfristige Vergleichsstudien mit standardisierten Formulierungen.

Madecassosid und Hautbarriere

Madecassosid wird häufig als „barrierereparierend“ bezeichnet. Dabei lohnt sich eine präzise Unterscheidung. Die Hautbarriere der Hornschicht besteht vor allem aus Hautzellen und einem geordneten Gemisch aus Ceramiden, Cholesterin und freien Fettsäuren. Madecassosid ersetzt diese Lipide nicht direkt.

Es kann eine Barrierepflege indirekt ergänzen, indem es in einer beruhigend und antioxidativ ausgerichteten Formulierung eingesetzt wird. Den unmittelbaren Feuchtigkeitseffekt liefern häufig Stoffe wie Glycerin und Hyaluronsäure; rückfettende Lipide und filmbildende Bestandteile reduzieren ein raues oder gespanntes Hautgefühl.

Für eine geschwächte Hautbarriere ist deshalb die Gesamtformel wichtiger als ein einzelner Trendwirkstoff. Eine einfache Creme mit passenden Lipiden kann sinnvoller sein als ein komplexes Madecassosidserum mit vielen Duftstoffen oder Säuren.

Für welche Hauttypen ist Madecassosid interessant?

Empfindlich wirkende Haut

Reizarme Formulierungen mit Madecassosid können für Haut interessant sein, die schnell spannt oder vorübergehend gerötet reagiert. „Für empfindliche Haut“ ist dennoch keine Verträglichkeitsgarantie. Auch Pflanzenbestandteile, Konservierungsstoffe oder Duftstoffe können individuell problematisch sein.

Trockene und feuchtigkeitsarme Haut

Madecassosid selbst ist kein Ersatz für Feuchthaltemittel und Lipide. In einer Creme mit Glycerin, Hyaluronsäure und rückfettenden Stoffen kann es das beruhigende Pflegekonzept ergänzen. Bei sehr trockener Haut zählt vor allem, ob die Textur ausreichend vor Feuchtigkeitsverlust schützt.

Unreine Haut

Das entzündungsmodulierende Potenzial macht den Stoff für zu Unreinheiten neigende Haut interessant. Madecassosid löst jedoch keine verstopften Poren und behandelt keine Akneursache zuverlässig. Die Verträglichkeit der Produktgrundlage und eine evidenzbasierte Akneroutine bleiben entscheidend.

Reife oder lichtgeschädigte Haut

Antioxidative und regenerationsbezogene Mechanismen können Madecassosid zu einer Ergänzung machen. Es ersetzt aber weder konsequenten Sonnenschutz noch besser untersuchte Retinoide. Feine Linien lassen sich nicht anhand eines einzelnen Pflanzenstoffs vollständig verhindern oder entfernen.

Madecassosid richtig anwenden

Madecassosid ist kein Peeling und kein Retinoid. Ein Produkt muss deshalb nicht grundsätzlich nur abends oder in langen Pausen verwendet werden. Maßgeblich ist die Anleitung der konkreten Formulierung.

Eine mögliche Reihenfolge lautet:

  1. sanfte Reinigung,

  2. Toner oder Essence nach Bedarf,

  3. Serum oder Ampulle mit Madecassosid,

  4. Feuchtigkeitscreme,

  5. morgens Sonnenschutz.

Ist Madecassosid bereits in der Creme enthalten, brauchst du nicht zusätzlich ein Serum mit demselben Wirkstoff. Mehr Schichten führen nicht automatisch zu mehr Wirkung und erhöhen die Zahl möglicher Reizauslöser.

Bei empfindlicher Haut wird ein neues Produkt zunächst jeden zweiten Tag oder einmal täglich verwendet. Bleibt die Haut ruhig, kann entsprechend der Herstellerangabe gesteigert werden. Ein Verträglichkeitstest an einer kleinen Stelle kann frühe Reaktionen aufdecken, aber eine spätere Unverträglichkeit nicht sicher ausschließen.

Womit lässt sich Madecassosid kombinieren?

Madecassosid lässt sich grundsätzlich mit vielen verbreiteten Inhaltsstoffen kombinieren. Chemische Verbotslisten sind kaum sinnvoll, weil Verträglichkeit von Konzentration und Gesamtformulierung abhängt.

Madecassosid und Hyaluronsäure

Hyaluronsäure bindet Wasser in der oberen Hautschicht. Sie ergänzt Madecassosid besonders in feuchtigkeitsorientierten Seren und Cremes. Bei trockener Luft oder sehr trockener Haut sollte danach eine passende Creme folgen.

Madecassosid und Ceramide

Ceramide sind Bestandteile der Hautbarriere und können in einer barrierestärkenden Pflege sinnvoll sein. Madecassosid ergänzt dabei das beruhigende Profil, ersetzt die Barrierelipide aber nicht.

Madecassosid und Niacinamid

Niacinamid unterstützt verschiedene Barriereprozesse und kann zu einem gleichmäßigeren Hautbild beitragen. Beide Stoffe können in einer Routine vorkommen. Sehr hohe Niacinamidkonzentrationen sind für empfindliche Haut trotzdem nicht automatisch besser.

Madecassosid und Retinol oder Säuren

Madecassosid wird häufig als beruhigende Begleitung zu Retinoiden oder Peelings eingesetzt. Es neutralisiert deren Wirkung nicht. Gleichzeitig verhindert es Reizungen nicht zuverlässig. Wer Retinol, AHA oder BHA neu einführt, sollte nicht mehrere Produkte gleichzeitig ändern.

SKIN1004 Centella-Produkte bei Carelune richtig einordnen

Carelune führt mehrere Produkte der Madagascar-Centella-Linie von SKIN1004. Sie passen thematisch zu diesem Artikel, sind aber nach den aktuell auf den Produktseiten aufgeführten INCI keine Produkte mit separat ausgewiesenem Madecassoside. Genannt wird jeweils Centella Asiatica Extract.

Das bedeutet: Die Produkte enthalten einen Centella-Extrakt, dessen genaue Madecassosidmenge aus der INCI-Liste nicht hervorgeht. Sie sollten deshalb nicht als reine Madecassosidprodukte verkauft werden.

SKIN1004 Madagascar Centella Hyalu-Cica Moisture Cream

Die Hyalu-Cica Moisture Cream ist der direkteste Pflegebezug, weil sie als Leave-on-Produkt auf der Haut bleibt. Neben Centella-Extrakt enthält sie mehrere Hyaluronsäureformen, Glycerin, Niacinamid und rückfettende Bestandteile. Ihr Schwerpunkt liegt auf Feuchtigkeit und einem geschmeidigen Hautgefühl, nicht auf einer belegten Madecassosiddosis.

SKIN1004 Madagascar Centella Ampoule Foam

Der Centella Ampoule Foam ist ein wasserbasierter Reiniger. Centella-Extrakt ergänzt die Formulierung, der Hautkontakt bleibt bei einem Rinse-off-Produkt jedoch kurz. Die Reinigungsleistung und Verträglichkeit der gesamten Tensidbasis sind wichtiger als ein Wirkversprechen zu Madecassosid.

SKIN1004 Madagascar Centella Light Cleansing Oil

Das Centella Light Cleansing Oil dient vor allem dazu, Sonnenschutz und Make-up anzulösen. Auch hier wird Centella-Extrakt nicht mit isoliertem Madecassosid gleichgesetzt. Ein Reinigungsöl ist in erster Linie nach Emulgierverhalten, Reinigungsleistung und Verträglichkeit zu beurteilen.

Kann Madecassosid Nebenwirkungen verursachen?

Madecassosid gilt in üblichen kosmetischen Formulierungen als gut verträglich, ist aber nicht für jede Haut automatisch reizfrei. Mögliche Reaktionen auf das fertige Produkt sind:

  • Rötung,

  • Brennen,

  • Juckreiz,

  • Ausschlag,

  • Schwellung.

Dabei muss nicht das Madecassosid selbst der Auslöser sein. Pflanzenextrakte, Duftstoffe, ätherische Öle und andere Bestandteile der Formulierung kommen ebenfalls infrage.

Bei deutlicher oder anhaltender Reaktion wird das Produkt abgesetzt. Schwellungen, Bläschen, Atembeschwerden oder großflächiger Ausschlag erfordern medizinische Abklärung. Produkte mit Madecassosid gehören nicht ohne entsprechende Zweckbestimmung auf offene, nässende oder infizierte Wunden.

Während Schwangerschaft und Stillzeit sollte bei Unsicherheit die vollständige Rezeptur mit einer medizinischen Fachperson besprochen werden. Aus der pflanzlichen Herkunft lässt sich keine pauschale Sicherheit für jede Formulierung ableiten.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Prüfe zuerst, welchen Inhaltsstoff das Produkt tatsächlich enthält:

  • Madecassoside steht für den isolierten Einzelstoff.

  • Centella Asiatica Extract steht für einen Pflanzenextrakt.

  • Cica auf der Vorderseite ist kein genauer Mengen- oder Qualitätsnachweis.

Achte außerdem auf eine vollständige INCI-Liste, realistische Werbeaussagen und eine Textur, die zu deinem Hautzustand passt. Ein empfindlicher Hauttyp profitiert meist mehr von einer kurzen, reizarmen Rezeptur als von möglichst vielen Pflanzenextrakten in einem Produkt.

Versprechen wie „heilt Akne“, „repariert jede Hautbarriere“ oder „baut nach wenigen Tagen Kollagen auf“ gehen über das hinaus, was sich aus der kosmetischen Datenlage zuverlässig ableiten lässt.

Madecassosid ist ein Centella-Bestandteil, nicht dasselbe wie Centella

Madecassosid ist eines der charakteristischen Triterpen-Glykoside von Centella asiatica. Es wird wegen entzündungsmodulierender, antioxidativer und regenerationsbezogener Eigenschaften erforscht. Die präklinischen Ergebnisse sind interessant, während belastbare klinische Daten für konkrete kosmetische Versprechen noch begrenzt sind.

Ein Centella-Extrakt kann Madecassosid enthalten, verrät aber ohne Standardisierung keine genaue Menge. Ein Produkt mit isoliertem Madecassosid ist wiederum kein vollständiger Centella-Extrakt. Genau diese Trennung verhindert überzogene Vergleiche und hilft bei der Produktauswahl.

Für empfindliche oder beanspruchte Haut kann Madecassosid ein sinnvoller ergänzender Inhaltsstoff sein. Entscheidend bleibt die Gesamtformulierung: Feuchthaltemittel, Lipide, Reizarmut und konsequenter Sonnenschutz beeinflussen das Ergebnis mindestens ebenso stark wie der Wirkstoffname auf der Verpackung.

Häufig gestellte Fragen

Ist Madecassosid dasselbe wie Centella asiatica?

Nein. Centella asiatica ist eine Pflanze beziehungsweise ein daraus gewonnener Vielstoffextrakt. Madecassosid ist ein einzelner chemisch definierter Bestandteil dieser Pflanze.

Woran erkenne ich Madecassosid in der Inhaltsstoffliste?

Isoliertes Madecassosid steht als „Madecassoside“ in der INCI-Liste. „Centella Asiatica Extract“ bezeichnet dagegen einen Pflanzenextrakt und verrät nicht, wie viel Madecassosid enthalten ist.

Kann Madecassosid Rötungen reduzieren?

Präklinische Daten zeigen entzündungsmodulierende Eigenschaften. Ob ein Kosmetikprodukt sichtbare Rötung reduziert, hängt von Konzentration und Gesamtformulierung ab. Anhaltende Rötungen sollten diagnostisch abgeklärt werden.

Kann man Madecassosid täglich anwenden?

Viele Produkte sind für die tägliche Anwendung formuliert. Entscheidend sind die Herstellerangabe und die Verträglichkeit der gesamten Rezeptur. Empfindliche Haut führt neue Produkte am besten schrittweise ein.

Ist Madecassosid ein Wirkstoff für die Hautbarriere?

Madecassosid kann eine beruhigende Barrierepflege ergänzen, ersetzt aber keine Barrierelipide wie Ceramide, Cholesterin und freie Fettsäuren. Für die Schutzwirkung zählt die gesamte Formulierung.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Quellen

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  2. Witkowska K et al. Topical application of Centella asiatica in wound healing: recent insights into mechanisms and clinical efficacy. 2024. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11510310/

  3. Tan SC et al. Actions and therapeutic potential of madecassoside and other major constituents of Centella asiatica: a review. Applied Sciences. 2021. https://www.mdpi.com/2076-3417/11/18/8475

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