Pickel ausdrücken: Ja oder nein? Was dabei passiert und was du stattdessen tun kannst

Junge Frau mit Handtuch drückt einen Pickel auf der Stirn aus

Spiegel, gutes Licht, ein weißer Punkt am Kinn und die Finger sind schneller als jeder gute Vorsatz. Fast jede kennt diesen Moment. Und fast jede kennt auch den Morgen danach: Der Pickel ist nicht weg, sondern rot, geschwollen und noch auffälliger.

Warum das so ist, was beim Drücken in der Haut passiert und was du stattdessen tun kannst, erfährst du hier.

Die Antwort vorweg

Besser nicht. Die amerikanische Fachgesellschaft der Hautärzte rät ausdrücklich davon ab, Pickel selbst auszudrücken [1].

Der Grund: Beim Drücken kann ein Teil des Inhalts statt nach außen tiefer in die Haut gelangen. Das verstärkt die Entzündung, verzögert die Heilung und kann dunkle Flecken oder Narben hinterlassen [1] [2].

Was beim Ausdrücken in der Haut passiert

Ein Pickel ist eine verstopfte, entzündete Pore. Talg, abgestorbene Hautzellen und Bakterien stecken in einer Art Säckchen fest. Die Wand dieses Säckchens ist dünn. Drückst du von außen, sucht sich der Inhalt den Weg mit dem geringsten Widerstand und der führt oft nach unten:

Pickel in Ruhe Inhalt bleibt im Säckchen beim Ausdrücken Wand reißt, Entzündung breitet sich aus

Die Folgen zeigen sich oft erst in den Tagen danach:

Mehr Entzündung

Der Pickel wird größer, röter und schmerzhafter [1].

Infektion

Über die Finger gelangen zusätzliche Bakterien in die offene Stelle [1].

Dunkle Flecken

Nach Entzündungen bildet die Haut oft vermehrt Pigment. Diese Flecken können Monate bleiben, besonders bei dunklerer Haut [2].

Narben

Wird Gewebe verletzt, können bleibende, eingesunkene Narben entstehen [1].

Wie du rote und braune Male wieder loswirst, liest du in Pickelmale und Pigmentflecken loswerden. Bei tieferen Narben hilft Aknenarben behandeln weiter.

Welcher Pickel ist es? Die Pickel-Ampel

Nicht jeder Pickel ist gleich. Manche verschwinden mit Geduld von selbst, andere gehören in fachkundige Hände:

Rot: Finger weg

Tiefe, harte, schmerzhafte Beulen ohne sichtbaren Kopf – unterlagerte Pickel oder Knoten. Hier kommt beim Drücken nichts heraus, die Entzündung wird nur schlimmer. Was hilft, steht in Pickel unter der Haut.

Gelb: Lieber abwarten

Rote Pickel mit weißem oder gelbem Kopf. Sie öffnen sich meist innerhalb weniger Tage von allein. Ein Pickelpflaster schützt in der Zeit vor den eigenen Fingern.

Grün: Mit Pflege angehen

Mitesser und kleine, nicht entzündete Unebenheiten. Statt zu drücken: Salicylsäure löst die Verstopfung regelmäßig von innen. Mehr dazu in Mitesser entfernen.

Was du stattdessen tun kannst

Der Drang zu drücken entsteht meist, weil man etwas tun will. Gut so – nur eben etwas anderes:

Sofort

  • Pickelpflaster aufkleben: Es nimmt Flüssigkeit auf und hält die Finger fern. Mehr in Pimple Patches.
  • Bei Schwellung: ein sauberes, in ein Tuch gewickeltes Kühlpad für einige Minuten auflegen.
  • Spiegel mit Vergrößerung weglegen.

In den nächsten Tagen

  • Wirkstoffe mit guter Studienlage nutzen: Benzoylperoxid, Adapalen oder andere Retinoide, ergänzend Salicylsäure oder Azelainsäure [3].
  • Mild reinigen, nicht schrubben.
  • Leichte Feuchtigkeitspflege nicht weglassen.

Hintergrund zu den Wirkstoffen findest du in Salicylsäure für die Haut und Azelainsäure erklärt.

SKIN1004 Madagascar Centella Ampoule Foam 125 ml

Für die milde Reinigung

SKIN1004 Madagascar Centella Ampoule Foam

Sanfter Reinigungsschaum mit Centella – reinigt, ohne gereizte Haut zusätzlich zu strapazieren. Ein Pflegeprodukt, kein Aknemittel.

Zum Produkt

Und wenn du es doch nicht lassen kannst?

Ehrlich gesagt: Die sicherste Variante ist, es gar nicht zu tun. Wenn ein Pickel aber einen deutlichen weißen Kopf hat und schon fast von selbst aufgeht, richtet ein vorsichtiger Umgang weniger Schaden an als hektisches Quetschen:

  • nur bei weißem Kopf direkt an der Oberfläche – nie bei tiefen oder harten Pickeln
  • Hände gründlich waschen, Gesicht reinigen
  • keine Nadeln, keine Fingernägel, kein Druck mit voller Kraft
  • kommt nichts heraus: sofort aufhören
  • danach nur ein Pflaster, kein Make-up auf der offenen Stelle

Warum ist der Drang so groß?

Ein Pickel ist sichtbar, spürbar und fühlt sich an wie etwas, das „raus muss“. Dazu kommt das kurze Gefühl von Erleichterung. Oft passiert das Drücken ganz nebenbei: beim Telefonieren, am Schreibtisch, abends vor dem Badspiegel.

Drei kleine Tricks gegen das Drücken

Licht ändern: Im Bad abends nur gedämpftes Licht, den Vergrößerungsspiegel in eine Schublade.

Hände beschäftigen: Handcreme auftragen, sobald du merkst, dass die Finger zum Gesicht wandern.

Pflaster als Stoppschild: Was abgedeckt ist, wird nicht angefasst.

Wenn das Zupfen und Drücken kaum zu stoppen ist und viel Zeit oder Kraft kostet, lohnt sich ein Gespräch mit einer Hautärztin. Das ist häufiger, als viele denken, und es gibt gute Unterstützung.

Stress verschlimmert oft beides, Pickel und das Bedürfnis zu drücken. Mehr dazu in Stresspickel.

Wann eine Hautärztin der richtige Weg ist

  • Pickel sind tief, schmerzhaft oder hinterlassen Narben
  • die Haut bessert sich nach zwei bis drei Monaten konsequenter Pflege nicht
  • ein Pickel wird heiß, stark geschwollen oder es kommt Fieber dazu
  • du merkst, dass dich deine Haut stark belastet

In der Praxis können Pickel steril geöffnet oder entzündete Knoten gezielt behandelt werden – mit deutlich geringerem Risiko für Narben [1]. Bei Pickeln rund um Kinn und Kieferlinie kann auch hormonelle Akne dahinterstecken.

Häufige Fragen

Heilt ein Pickel schneller, wenn man ihn ausdrückt?

Meist nicht. Laut der amerikanischen Hautärzte-Fachgesellschaft kann Ausdrücken die Abheilung sogar verzögern, weil die Entzündung zunimmt [1].

Was tun, wenn ich einen Pickel schon ausgedrückt habe?

Die Stelle sanft reinigen, ein Pickelpflaster aufkleben und in Ruhe lassen. Kein Make-up, keine Peelings und keine weiteren Versuche. Am nächsten Tag Sonnenschutz nicht vergessen, damit kein dunkler Fleck entsteht.

Darf man Mitesser ausdrücken?

Auch hier kann Druck die Pore reizen und weiten. Salicylsäure und eine gründliche Abendreinigung sind schonender. Oft sind die grauen Punkte auf der Nase auch keine Mitesser, sondern Talgfäden.

Helfen Zahnpasta oder Alkohol auf dem Pickel?

Davon ist abzuraten. Beides kann die Haut reizen und austrocknen, ohne die Entzündung gezielt zu behandeln. Besser sind Wirkstoffe, die für die Haut gemacht sind, zum Beispiel Benzoylperoxid [3].

Wie lange dauert es, bis ein Pickel von allein weggeht?

Oberflächliche Pickel heilen oft innerhalb von etwa einer Woche ab. Tiefe, unterlagerte Pickel können deutlich länger bleiben.

Warum bekomme ich immer an derselben Stelle Pickel?

Häufige Gründe sind viele Talgdrüsen in dieser Zone, Reibung (Handy, Maske, Hand am Kinn) oder Produkte, die dort besonders dick aufgetragen werden. Was Pickel an bestimmten Stellen bedeuten – und was nicht –, liest du in Face Mapping im Faktencheck.

Quellen

  1. American Academy of Dermatology: Pimple popping: Why only a dermatologist should do it. aad.org
  2. Davis E. C., Callender V. D. (2010): Postinflammatory hyperpigmentation: a review of the epidemiology, clinical features, and treatment options in skin of color. Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology. PMC
  3. Reynolds R. V. et al. (2024): Guidelines of care for the management of acne vulgaris. Journal of the American Academy of Dermatology. PubMed

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information über kosmetische Hautpflege und ersetzt keine medizinische Beratung.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen.