Die Haut spannt, brennt plötzlich bei Produkten, die vorher kein Problem waren, fühlt sich trocken an oder reagiert empfindlicher als sonst?
Dahinter kann eine beeinträchtigte bzw. geschädigte Hautbarriere stecken.
Die gute Nachricht: Die Hautbarriere kann sich regenerieren. Eine Reparatur über Nacht sollte man allerdings nicht erwarten. Statt immer mehr Wirkstoffe aufzutragen, ist jetzt vor allem eines wichtig. Die Haut sollte möglichst wenig zusätzlich belastet werden und ihre natürliche Barrierefunktion sollte unterstützt werden.
Was tun bei einer geschädigten Hautbarriere?
Wichtig: Halte deine Routine zunächst möglichst einfach.
1. Mild reinigen
Verzichte auf aggressive Reinigung und häufiges Waschen. Morgens kann sogar Wasser ausreichen.
2. Feuchtigkeit und Barrierelipide zuführen
Eine unkomplizierte Feuchtigkeitspflege kann helfen, Wasser in der Haut zu halten und die geschwächte Barriere zu unterstützen.
Besonders interessant sind beispielsweise Ceramide. Sie gehören zusammen mit Cholesterin und freien Fettsäuren zu den wichtigen Lipiden der äußeren Hautbarriere.
Auch Panthenol ist interessant: Untersuchungen mit panthenolhaltigen Formulierungen zeigen positive Effekte auf Hautfeuchtigkeit und die Regeneration einer beeinträchtigten Hautbarriere.
3. Tagsüber Sonnenschutz verwenden
Gerade empfindliche und gereizte Haut sollte zusätzlich vor UV-Strahlung geschützt werden, zum Beispiel mit der Beauty of Joseon Relief Sun SPF50+.
Und dann heißt es tatsächlich: Geduld haben.
Welche Inhaltsstoffe können sinnvoll sein?
Wenn man online nach einer Lösung sucht, werden einem dort oft eher Trendprodukte empfohlen, anstatt das etwas hilfreiches dabei ist. Konkret geht es nicht um ein besonderes Produkt, sondern eher um die Inhaltsstoffe die deiner Hautbarriere helfen können.
Ceramide
Sie sind ein natürlicher Bestandteil der Lipidmatrix des Stratum corneum.
Cholesterin und freie Fettsäuren
Auch sie gehören zu den wichtigen Bestandteilen der Lipidstruktur der Haut.
Panthenol
Kann die Hautfeuchtigkeit und die Regeneration der Barriere unterstützen.
Glycerin
Hilft dabei, Wasser in der Hornschicht zu binden.
Squalan
Wird vor allem als pflegendes Emolliens eingesetzt und kann dazu beitragen, die Haut geschmeidig zu halten.
Wie entsteht eine geschädigte Hautbarriere?
Häufig ist nicht ein einzelnes Produkt schuld, sondern eine Kombination verschiedener Belastungen.
Als mögliche Auslöser kommen beispielsweise zu häufiges Peeling, zu viele Produkte, zu viele verschiedene Wirkstoffe gleichzeitig oder zu eine aggressive Reinigung in Frage. An der Stelle ist wichtig zu sagen, dass jede Haut unterschiedlich ist. Wenn jemand dir sagt, dass er DIE Ursache für eine geschädigte Hautbarriere gefunden hat stimmt das nicht so ganz. Jede Haut reagiert unterschiedlich und daher können auch die Ursachen variieren.
Auch bestimmte Hauterkrankungen können mit einer beeinträchtigten Barrierefunktion verbunden sein.
Was solltest du jetzt lieber nicht machen?
Der häufigste Fehler ist, auf gereizte Haut mit noch mehr Hautpflege zu reagieren.
Jetzt ist nicht der Moment für eine komplizierte 10-Step-Routine.
Pausiere insbesondere Produkte, die deine Haut aktuell zusätzlich reizen. Dazu können je nach Routine beispielsweise AHA/BHA-Peelings, Retinoide, starke Peelings oder andere irritierende Wirkstoffegehören.
Auch ständig neue „Barrier Repair“-Produkte auszuprobieren, kann kontraproduktiv sein.
Eine einfache Routine aus milder Reinigung, gut verträglicher Feuchtigkeitspflege und Sonnenschutz ist häufig sinnvoller als fünf Seren übereinander.
Brauche ich ein Barrier-Serum?
Nicht unbedingt.
Ein Serum kann eine bestehende Routine sinnvoll ergänzen, ist aber keine Voraussetzung dafür, dass sich die Hautbarriere regeneriert.
Wenn du eines verwenden möchtest, würden wir eher auf eine überschaubare, reizarm formulierte Pflege achten als auf möglichst viele Trendwirkstoffe.
Interessant können beispielsweise Formulierungen mit Panthenol und Squalan sein. Panthenol wurde hinsichtlich Hautfeuchtigkeit und Barriereregeneration untersucht. Squalan wird vor allem als pflegendes Emolliens eingesetzt.
Noch interessanter kann eine anschließende Creme mit Ceramiden und weiteren Barrierelipidensein.
Kann man die Hautbarriere über Nacht reparieren?
Nein, zumindest sollte man dieses Versprechen nicht wörtlich nehmen.
Ein gutes Produkt kann die Haut kurzfristig weicher, weniger trocken oder angenehmer erscheinen lassen. Das bedeutet aber nicht, dass die zugrunde liegende Hautbarriere innerhalb weniger Stunden vollständig wiederhergestellt wurde.
Barriereregeneration ist ein biologischer Prozess.
Wie lange er dauert, hängt unter anderem davon ab, wodurch und wie stark die Haut beeinträchtigt wurde.
Deshalb ist eine langweilige Routine manchmal genau das, was die Haut braucht: Weniger reizen, sinnvoll pflegen und ihr Zeit geben.
Kurz gesagt
Bei einer geschädigten Hautbarriere gilt nicht:
Mehr Pflege = schnellere Reparatur.
Reduziere deine Routine auf das Wesentliche, pausiere reizende Wirkstoffe und konzentriere dich auf eine milde Reinigung, Feuchtigkeit, Barrierelipide wie Ceramide und tagsüber Sonnenschutz.
Und vor allem: Lass dich nicht von „Barrier Repair overnight“ unter Druck setzen. Deine Haut muss keinen TikTok-Zeitplan einhalten.
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