Arbutin gegen Pigmentflecken: Wirkung, Anwendung und Unterschiede

Junge frau mit Pigmentflecken im Gesicht

Arbutin gehört zu den Wirkstoffen, die häufig in Seren gegen Pigmentflecken, Pickelmale und einen ungleichmäßigen Hautton vorkommen. Besonders Alpha-Arbutin wird als sanfte Alternative zu intensiveren aufhellenden Inhaltsstoffen beworben. Es soll überschüssige Pigmentbildung bremsen, ohne die Haut stark zu reizen oder abzuschälen.

Ganz so einfach ist die Einordnung nicht. Arbutin besitzt einen plausiblen Wirkmechanismus und kann die Aktivität des Enzyms Tyrosinase beeinflussen. Die klinische Studienlage zu Arbutin allein ist jedoch begrenzt. Viele Untersuchungen testen Kombinationen mit Niacinamid, Vitamin C, Pflanzenextrakten oder anderen pigmentregulierenden Stoffen. Verbessert sich der Hautton, lässt sich der Anteil des Arbutins deshalb nicht immer eindeutig bestimmen.

Hinzu kommt eine wichtige Unterscheidung: Alpha-Arbutin und Beta-Arbutin sind nicht identisch. Auch Hydrochinon wird im Zusammenhang mit beiden Formen diskutiert. Dieser Ratgeber erklärt, was Arbutin bei Pigmentflecken realistisch leisten kann, wie es angewendet wird und worauf du bei der Produktauswahl achten solltest.

Was ist Arbutin?

Arbutin ist eine Verbindung aus Hydrochinon und einem Zuckermolekül. Es gehört zu den sogenannten Hydrochinon-Glykosiden und wird in Kosmetik eingesetzt, um ungleichmäßige Pigmentierung sichtbar zu mildern.

Natürlich vorkommendes Beta-Arbutin findet sich unter anderem in Pflanzen aus der Familie der Heidekrautgewächse, zu denen die Bärentraube gehört. Daraus entsteht häufig die verkürzte Aussage, Arbutin sei einfach ein natürlicher Pflanzenextrakt. Ein kosmetischer Rohstoff ist jedoch nicht mit einem selbst hergestellten Bärentraubenextrakt gleichzusetzen. Reinheit, Konzentration, Stabilität und Begleitstoffe unterscheiden sich erheblich.

Alpha-Arbutin ist die stereochemisch anders angeordnete Form. Es wird für kosmetische Anwendungen gezielt hergestellt, häufig mithilfe biotechnologischer oder enzymatischer Verfahren. „Natürlich“ oder „synthetisch“ sagt dabei nicht automatisch etwas über Wirksamkeit oder Verträglichkeit aus. Entscheidend ist die kontrollierte Qualität des Rohstoffs und seine Verwendung in einer stabilen Formulierung.

Auf der INCI-Liste erkennst du die Formen an diesen Namen:

  • Alpha-Arbutin für Alpha-Arbutin,

  • Arbutin für Beta-Arbutin.

Wie entstehen Pigmentflecken?

Melanin ist der natürliche Farbstoff der Haut. Es wird von Melanozyten gebildet und an umliegende Hautzellen weitergegeben. Die Pigmentbildung schützt die Haut teilweise vor UV-bedingten Schäden, ersetzt jedoch keinen Sonnenschutz.

Bestimmte Reize können dazu führen, dass lokal mehr Melanin entsteht oder ungleichmäßig verteilt wird. Dazu gehören:

  • UV-Strahlung,

  • Hautentzündungen,

  • Pickel und Verletzungen,

  • hormonelle Einflüsse,

  • Reizung durch aggressive Pflege,

  • manche Medikamente und Erkrankungen.

Braune Spuren nach einem abgeheilten Pickel werden als postinflammatorische Hyperpigmentierung bezeichnet. Flache sonnenbedingte Flecken werden häufig als solare Lentigines eingeordnet. Melasma zeigt sich typischerweise als größere, oft symmetrische bräunliche Flächen und besitzt komplexere hormonelle, genetische und lichtabhängige Auslöser.

Nicht jede dunkle Stelle ist ein kosmetischer Pigmentfleck. Neu entstandene, wachsende, asymmetrische, mehrfarbige, juckende oder blutende Veränderungen sollten ärztlich beurteilt werden. Aufhellende Kosmetik darf eine Diagnose nicht verzögern.

Wie wirkt Arbutin gegen Pigmentflecken?

Der zentrale Ansatzpunkt ist das Enzym Tyrosinase. Es katalysiert frühe Schritte der Melaninbildung. Arbutin kann die Aktivität dieses Enzyms hemmen und dadurch die Bildung neuen Pigments reduzieren.

Der Wirkstoff entfernt vorhandenes Melanin nicht wie ein Radiergummi. Bereits eingelagertes Pigment muss im Verlauf der natürlichen Hauterneuerung allmählich nach außen wandern. Deshalb entwickeln sich mögliche Veränderungen langsam. Gleichzeitig kann UV-Strahlung die Pigmentbildung immer wieder neu anregen.

Arbutin ist kein klassisches Peeling. Es löst nicht primär Hornzellen von der Hautoberfläche und muss nicht kribbeln oder schuppen, um seine vorgesehene Funktion zu erfüllen. Gerade bei postinflammatorischen Pigmentflecken ist eine reizarme Anwendung wichtig: Entzündung kann selbst neue Pigmentierung auslösen.

Was sagt die Forschung?

Laboruntersuchungen und Hautmodelle stützen den tyrosinasehemmenden Mechanismus von Arbutin. Auch Übersichtsarbeiten führen Alpha-Arbutin als potenziellen Wirkstoff bei Hyperpigmentierung auf. Die Übertragung auf sichtbare Ergebnisse beim Menschen bleibt jedoch anspruchsvoll.

Ein Teil der klinischen Literatur untersucht Arbutin innerhalb von Mischformulierungen. Enthält eine Creme beispielsweise zusätzlich Niacinamid, Bisabolol, Retinoide oder Vitamin-C-Derivate, kann eine Verbesserung nicht eindeutig Arbutin allein zugeschrieben werden. Studien unterscheiden sich außerdem bei Konzentration, Produktgrundlage, Anwendungsdauer und Art der Pigmentstörung.

Die faire Einordnung lautet deshalb: Arbutin ist ein wissenschaftlich plausibler kosmetischer Wirkstoff mit ersten klinischen Hinweisen, aber schwächerer eigenständiger Evidenz als manche Werbung suggeriert. Ein seriöses Produkt verspricht keine vollständige Entfernung aller Pigmentflecken innerhalb weniger Tage.

Alpha-Arbutin oder Beta-Arbutin: Was ist der Unterschied?

Alpha- und Beta-Arbutin besitzen dieselbe Grundzusammensetzung, unterscheiden sich aber in der räumlichen Bindung zwischen Zucker und Hydrochinonanteil. Diese scheinbar kleine Strukturänderung kann Eigenschaften wie Stabilität und die Interaktion mit Tyrosinase beeinflussen.

In Laboruntersuchungen zeigt Alpha-Arbutin häufig eine stärkere Hemmung der Tyrosinase als Beta-Arbutin. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass jedes Alpha-Arbutin-Serum klinisch wirksamer ist als jede Creme mit Beta-Arbutin. Ein fertiges Produkt wird zusätzlich durch Konzentration, pH-Wert, Verpackung, Lagerung und weitere Inhaltsstoffe bestimmt.

Merkmal Alpha-Arbutin Beta-Arbutin
INCI-Bezeichnung Alpha-Arbutin Arbutin
Herkunft gezielt hergestellt, häufig enzymatisch oder biotechnologisch kommt natürlicherweise in bestimmten Pflanzen vor, kann ebenfalls industriell gewonnen werden
Wirkansatz Hemmung der Tyrosinase Hemmung der Tyrosinase
Labordaten häufig stärkere Tyrosinasehemmung ebenfalls pigmenthemmende Aktivität
EU-Höchstkonzentration 2 % in Gesichtscremes, 0,5 % in Körperlotionen 7 % in Gesichtscremes
Klinische Einordnung häufig in Brightening-Seren, Daten zu Monoprodukten begrenzt weniger verbreitet, Daten ebenfalls begrenzt


Die unterschiedlichen EU-Grenzen bedeuten nicht, dass sieben Prozent Beta-Arbutin automatisch besser wirken als zwei Prozent Alpha-Arbutin. Die Stoffe besitzen eigene Sicherheitsbewertungen und dürfen nicht allein anhand der Prozentzahl verglichen werden.

Arbutin und Hydrochinon: Ist das bedenklich?

Arbutin ist chemisch mit Hydrochinon verbunden. Deshalb beschäftigt sich die Sicherheitsbewertung auch mit der Frage, ob Hydrochinon als Verunreinigung vorhanden sein oder während Lagerung und Verwendung entstehen kann.

Hydrochinon darf in der Europäischen Union nicht als frei eingesetzter kosmetischer Wirkstoff zur Hautaufhellung verwendet werden. Arbutin ist dennoch nicht pauschal mit einer Hydrochinoncreme gleichzusetzen. Die gebundene chemische Struktur, die Konzentration und das Verhalten in der Formulierung unterscheiden sich.

Der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU bewertete Alpha-Arbutin bis zu zwei Prozent in Gesichtscremes und 0,5 Prozent in Körperlotionen sowie Beta-Arbutin bis zu sieben Prozent in Gesichtscremes als sicher. Gleichzeitig soll Hydrochinon in solchen Formulierungen so niedrig wie möglich bleiben und nicht über unvermeidbare Spuren hinausgehen.

Die Verordnung (EU) 2024/996 hat diese Konzentrationsgrenzen in das europäische Kosmetikrecht aufgenommen. Für Verbraucher bedeutet das: Produkte aus nachvollziehbaren, EU-konformen Vertriebswegen sind die sinnvollere Wahl als hoch dosierte „Bleaching“-Mischungen unbekannter Herkunft.

Bei welchen Pigmentflecken kann Arbutin sinnvoll sein?

Braune Pickelmale

Nach Entzündungen kann überschüssiges Melanin zurückbleiben. Arbutin kann die weitere Pigmentbildung bremsen und dadurch das allmähliche Verblassen unterstützen. Gleichzeitig müssen neue Pickel und zusätzliche Reizung reduziert werden. Wer Unreinheiten ausdrückt oder täglich aggressive Peelings verwendet, setzt immer wieder neue Entzündungsreize.

Rote oder violette Spuren nach Pickeln sind nicht zwingend Melanin. Häufig handelt es sich um postinflammatorische Rötungen beziehungsweise Gefäßveränderungen. Arbutin setzt daran nicht gezielt an.

Sonnenbedingte Flecken

Flache, oberflächliche sonnenbedingte Pigmentierungen können auf tyrosinasehemmende Pflege ansprechen. Ohne täglichen Sonnenschutz wird der Effekt jedoch begrenzt bleiben. Ausgeprägte oder unklare Flecken sollten vor der Behandlung fachlich eingeordnet werden.

Melasma

Arbutin wird auch in Formulierungen gegen Melasma eingesetzt. Melasma ist jedoch keine einfache Ansammlung oberflächlichen Pigments. Hormone, UV-Strahlung, sichtbares Licht, genetische Faktoren, Wärme, Entzündungen und Gefäßveränderungen können gemeinsam beteiligt sein.

Ein Arbutinserum allein kontrolliert Melasma deshalb selten dauerhaft. Konsequenter Lichtschutz und eine möglichst reizarme Routine sind die Basis. Bei ausgeprägtem oder wiederkehrendem Melasma ist eine dermatologische Behandlung sinnvoll.

Sommersprossen und natürliche Hautfarbe

Sommersprossen sind genetisch mitbestimmt und werden durch Sonne sichtbarer. Arbutin kann ihre Ausprägung möglicherweise beeinflussen, verändert aber nicht dauerhaft die genetische Veranlagung. Das Ziel verantwortungsvoller Hautpflege ist ein gleichmäßigeres Erscheinungsbild – nicht die großflächige Veränderung der natürlichen Hautfarbe.

Arbutin im Vergleich mit anderen Wirkstoffen

Pigmentregulierende Inhaltsstoffe greifen an unterschiedlichen Stellen der Pigmentbildung an. Keiner ist automatisch für jede Haut und jede Art von Fleck die beste Wahl.

Wirkstoff Hauptansatz Mögliche Stärke Wichtige Einschränkung
Arbutin hemmt Tyrosinase nicht exfolierend, meist unkompliziert in Routinen klinische Daten zu Arbutin allein begrenzt
Kojisäure hemmt Tyrosinase etablierter Brightening-Wirkstoff kann reizen oder Kontaktdermatitis auslösen
Tranexamsäure beeinflusst pigmentfördernde Signalwege besonders interessant bei Melasma topische, orale und injizierte Anwendung nicht gleichsetzen
Vitamin C antioxidativ, beeinflusst Melaninbildung ergänzt UV-Schutz und sorgt für ebenmäßigeren Teint reine Ascorbinsäure ist instabil und kann reizen
Niacinamid beeinflusst Melanosomenübertragung, unterstützt Barriere vielseitig und oft gut verträglich hohe Konzentrationen sind nicht automatisch besser
Retinoide beeinflussen Zellerneuerung und weitere Hautprozesse zusätzliche Daten zu lichtbedingter Hautalterung relevantes Reizpotenzial, nicht in der Schwangerschaft
Azelainsäure beeinflusst Tyrosinase und Entzündungsprozesse interessant bei Unreinheiten plus PIH kann anfangs brennen oder kribbeln


Mehr über die Unterschiede zwischen direkten Tyrosinasehemmern und anderen Pigmentwirkstoffen erfährst du in den Carelune-Beiträgen
Kojisäure gegen Pigmentflecken und Tranexamsäure oder Kojisäure?.

Arbutin richtig anwenden

Arbutin ist in Seren, Cremes und gelegentlich Tonern enthalten. Die konkrete Herstelleranweisung hat Vorrang. Da es nicht wie ein klassisches Peeling arbeitet, sind viele Produkte für die tägliche Anwendung formuliert.

Morgens

Eine mögliche Reihenfolge lautet:

  1. milde Reinigung oder Wasser nach Bedarf,

  2. Arbutinserum,

  3. Feuchtigkeitscreme,

  4. großzügig aufgetragener Breitband-Sonnenschutz.

Sonnenschutz ist keine optionale Ergänzung. UV-Strahlung stimuliert die Pigmentbildung und kann sichtbare Fortschritte wieder abschwächen. Bei Melasma können zusätzlich Schatten, Hut und je nach fachlicher Empfehlung getönte Produkte mit Eisenoxiden sinnvoll sein.

Abends

Am Abend werden Make-up und Sonnenschutz gründlich, aber sanft entfernt. Danach folgen Arbutinprodukt und Feuchtigkeitspflege. Wer bereits Peelings oder Retinoide nutzt, sollte nicht alle Produkte gleichzeitig neu starten.

Eine einfache Routine:

  1. sanfte Reinigung,

  2. Arbutinserum oder -creme,

  3. Feuchtigkeitspflege.

Arbutin muss nicht punktuell verwendet werden. Bei mehreren Flecken kann ein dafür vorgesehenes Produkt dünn auf den betroffenen Gesichtsbereich aufgetragen werden. Augenlider, Schleimhäute und verletzte Haut werden ausgespart.

Wie oft sollte man Arbutin verwenden?

Viele Formulierungen sind für eine ein- bis zweimal tägliche Anwendung gedacht. Empfindliche Haut beginnt besser einmal täglich oder jeden zweiten Tag. So lässt sich beurteilen, ob Rötung, Juckreiz oder Brennen auftreten.

Ein vorsichtiger Einstieg kann so aussehen:

  • Woche 1: jeden zweiten Abend,

  • Woche 2: bei guter Verträglichkeit jeden Abend,

  • anschließend: morgens und abends nur dann, wenn Produktanweisung und Hautzustand dazu passen.

Häufigere Anwendung liefert nicht automatisch schnellere Ergebnisse. Entscheidend ist, dass die Haut ruhig bleibt. Eine entzündliche Reaktion kann neue postinflammatorische Pigmentierung fördern und damit genau das Gegenteil des gewünschten Effekts auslösen.

Wann sind Ergebnisse sichtbar?

Pigmentveränderungen benötigen Geduld. Die Bildung neuen Melanins kann beeinflusst werden, vorhandenes Pigment verschwindet aber nicht sofort. Eine erste faire Beurteilung ist meist erst nach mehreren Wochen möglich; bei hartnäckiger Pigmentierung kann es deutlich länger dauern.

Feste Aussagen wie „43 Prozent weniger Pigment in vier Wochen“ sind ohne Angabe von Studie, Messmethode und getesteter Gesamtformulierung wenig aussagekräftig. Ergebnisse eines Kombinationsprodukts lassen sich nicht auf jedes Alpha-Arbutin-Serum übertragen.

Dokumentiere die Haut höchstens alle vier Wochen bei gleichem Licht, gleicher Kameraposition und ohne Filter. Tägliche Spiegelkontrollen zeigen kleine Schwankungen stärker als den langfristigen Verlauf.

Kann man Arbutin mit Niacinamid kombinieren?

Arbutin und Niacinamid lassen sich grundsätzlich kombinieren. Die Wirkstoffe setzen an unterschiedlichen Stellen an: Arbutin beeinflusst die Tyrosinase, während Niacinamid unter anderem den Transfer pigmenthaltiger Melanosomen an umliegende Hautzellen beeinflussen kann. Zusätzlich unterstützt Niacinamid die Hautbarriere.

Eine Kombination ist besonders dann unkompliziert, wenn beide Stoffe bereits in einem fertig formulierten Produkt enthalten sind. Zwei neue hoch konzentrierte Seren gleichzeitig zu beginnen, ist dagegen unnötig. Tritt eine Reaktion auf, lässt sich sonst kaum erkennen, welches Produkt verantwortlich ist.

Carelune führt aktuell kein eigenes Arbutinprodukt. Der Wirkstoffartikel bleibt deshalb bewusst produktneutral. Wenn du eine bestehende Routine ergänzen möchtest, findest du im Ratgeber Niacinamid: Wirkung und Anwendung die passende Einordnung – nicht als Arbutinersatz, sondern als möglicher ergänzender Ansatz für einen gleichmäßigeren Teint.

Arbutin und Vitamin C kombinieren

Auch Arbutin und Vitamin C können grundsätzlich in derselben Routine vorkommen. Vitamin C ergänzt den Ansatz durch antioxidative Eigenschaften und kann ebenfalls Prozesse der Melaninbildung beeinflussen. Die Verträglichkeit hängt jedoch von der Vitamin-C-Form und der gesamten Formulierung ab.

Reine L-Ascorbinsäure wird häufig bei niedrigem pH-Wert formuliert und kann empfindliche Haut reizen. Wer beide Wirkstoffe neu einführt, kann Vitamin C morgens und Arbutin abends verwenden. Diese Trennung ist keine zwingende chemische Regel, macht die Routine aber übersichtlicher.

Welche Vitamin-C-Formen es gibt, erklärt der Beitrag Vitamin C für die Haut.

Darf man Arbutin mit Kojisäure oder Retinol verwenden?

Arbutin und Kojisäure hemmen beide die Tyrosinase. Sie können in einer professionell entwickelten Formulierung kombiniert werden. Mehr Tyrosinasehemmer bedeuten jedoch nicht automatisch mehr Wirkung. Kojisäure besitzt ein relevantes Reiz- und Sensibilisierungspotenzial, weshalb empfindliche Haut besser nur einen neuen Wirkstoff zurzeit einführt.

Retinol und andere Retinoide wirken über zusätzliche Prozesse der Hauterneuerung und können bei Pigmentunregelmäßigkeiten interessant sein. Gleichzeitig können sie Trockenheit, Rötung und Schuppung verursachen. Wer Retinol bereits sicher verträgt, kann Arbutin je nach Produkt morgens und Retinol abends verwenden oder die Abende trennen. Bei gereizter Haut werden beide pausiert.

Nebenwirkungen und Verträglichkeit

Arbutin wird häufig als sanft beschrieben, ist aber nicht automatisch reizfrei. Möglich sind:

  • Rötung,

  • Brennen,

  • Juckreiz,

  • Trockenheit,

  • Ausschlag oder Schwellung bei Unverträglichkeit.

Ein Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle kann frühe Reaktionen erkennen, schließt eine spätere Allergie aber nicht sicher aus. Bei anhaltendem Brennen, deutlicher Schwellung, Bläschen oder sich ausbreitendem Ausschlag wird das Produkt abgesetzt und die Reaktion medizinisch abgeklärt.

Arbutin gehört nicht auf verletzte oder akut ekzematöse Haut. Auch selbst gemischte Rohstoffe sind keine gute Idee: Konzentration, pH-Wert, Stabilität, Konservierung und Hydrochinonspuren müssen professionell kontrolliert werden.

Arbutin in Schwangerschaft und Stillzeit

Für die kosmetische Anwendung von Arbutin während Schwangerschaft und Stillzeit fehlen ausreichend aussagekräftige Daten. Die SCCS-Bewertung der üblichen kosmetischen Konzentrationen ersetzt keine individuelle Empfehlung für die Schwangerschaft.

Wer schwanger ist, stillt oder eine Schwangerschaft plant, sollte die Anwendung vorsichtshalber mit der gynäkologischen oder dermatologischen Praxis besprechen. Das gilt besonders für Mischprodukte, die zusätzlich Retinoide oder andere intensive Wirkstoffe enthalten können.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Ein seriöses Arbutinprodukt besitzt:

  • eine vollständige INCI-Liste,

  • klare Anwendungshinweise,

  • eine nachvollziehbare verantwortliche Person in der EU,

  • eine licht- und luftschützende Verpackung,

  • realistische Aussagen statt „Bleaching in sieben Tagen“,

  • eine Konzentration innerhalb der europäischen Vorgaben.

Achte darauf, ob „Alpha-Arbutin“ oder „Arbutin“ in der Inhaltsstoffliste steht. Begriffe wie „Bärentrauben-Komplex“ oder „Brightening Blend“ verraten nicht, wie viel standardisiertes Arbutin tatsächlich enthalten ist.

Starke Verfärbungen, veränderter Geruch oder eine getrennte Textur können auf ein nicht mehr stabiles Produkt hinweisen. Beachte Lagerungs- und Haltbarkeitshinweise und schütze das Produkt vor Hitze und direktem Sonnenlicht.

Arbutin ist ein plausibler Helfer, aber kein Fleckenradierer

Arbutin kann die Tyrosinase hemmen und dadurch die Bildung überschüssigen Melanins beeinflussen. Das macht den Wirkstoff interessant bei braunen Pickelmalen, sonnenbedingter Hyperpigmentierung und als Bestandteil komplexerer Melasma-Routinen.

Die Forschung rechtfertigt dennoch keine garantierten Schnellversprechen. Klinische Studien prüfen häufig Kombinationen, sodass der eigenständige Beitrag von Arbutin schwer zu bestimmen ist. Alpha- und Beta-Arbutin müssen außerdem getrennt betrachtet werden; eine höhere Prozentzahl ist nicht automatisch wirksamer.

Eine gute Pigmentroutine bleibt übersichtlich: sanfte Reinigung, ein gezielter Wirkstoff, Feuchtigkeitspflege und jeden Morgen konsequenter Lichtschutz. Arbutin kann darin einen sinnvollen Platz haben, sofern das Produkt seriös formuliert ist und die Haut ruhig bleibt.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis Arbutin gegen Pigmentflecken wirkt?

Erste Veränderungen benötigen meist mehrere Wochen. Eine feste Frist lässt sich nicht seriös nennen, weil Formulierung, Pigmenttyp, Hautzustand und UV-Belastung das Ergebnis beeinflussen. Hartnäckige Flecken können mehrere Monate brauchen.

Was ist besser: Alpha-Arbutin oder Beta-Arbutin?

Alpha-Arbutin hemmt Tyrosinase in Laboruntersuchungen häufig stärker. Daraus folgt aber keine pauschale Überlegenheit jedes fertigen Produkts. Konzentration, Stabilität, Formulierung und Verträglichkeit sind ebenso wichtig.

Kann man Arbutin täglich verwenden?

Viele Arbutinprodukte sind für die tägliche Anwendung formuliert. Empfindliche Haut beginnt besser jeden zweiten Tag und steigert nur bei guter Verträglichkeit. Die Herstelleranweisung des konkreten Produkts hat Vorrang.

Kann man Arbutin und Niacinamid zusammen verwenden?

Ja. Beide Wirkstoffe beeinflussen unterschiedliche Schritte der Pigmentierung und können sich ergänzen. Beginne trotzdem nicht mit mehreren neuen hoch konzentrierten Produkten gleichzeitig.

Macht Arbutin die gesamte Haut heller?

Arbutin beeinflusst die Melaninbildung und soll vor allem ungleichmäßige Hyperpigmentierung mildern. Das verantwortungsvolle kosmetische Ziel ist ein gleichmäßigerer Teint, nicht eine starke Veränderung der natürlichen Hautfarbe.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Quellen

  1. Scientific Committee on Consumer Safety. Opinion on the safety of alpha- and beta-arbutin in cosmetic products, SCCS/1642/22. 2023. https://health.ec.europa.eu/publications/safety-alpha-arbutin-and-beta-arbutin-cosmetic-products_en

  2. Europäische Kommission. Verordnung (EU) 2024/996 zur Verwendung von Vitamin A, Alpha-Arbutin und Arbutin in kosmetischen Mitteln. 2024. https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/996/oj/deu

  3. Saeedi M et al. A comprehensive review of the therapeutic potential of alpha-arbutin. Phytotherapy Research. 2021. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33724594/

  4. Degen GH et al. Opinion on the safety of the use of alpha-arbutin in cosmetic products. Regulatory Toxicology and Pharmacology. 2016. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26646661/

  5. Boo YC. Arbutin as a skin depigmenting agent with antimelanogenic and antioxidant properties. Antioxidants. 2021. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8301119/

  6. Hollinger JC et al. Are natural ingredients effective in the management of hyperpigmentation? A systematic review. The Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology. 2018. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5843359/

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