AHA, BHA oder PHA? Unterschiede, Wirkung und Anwendung einfach erklärt

Hautpflegeprodukte mit AHA-, BHA- und PHA-Wirkstoffen

Viele Hautpflegeprodukte werben mit AHA, BHA oder PHA. Doch worin unterscheiden sich diese Säuren eigentlich – und welche ist die richtige für deine Haut?

Ob gegen Mitesser, Pickel, Pigmentflecken oder fahle Haut: Hydroxysäuren gehören heute zu den am besten untersuchten Wirkstoffen der modernen Hautpflege. Obwohl sie alle abgestorbene Hautzellen lösen und die natürliche Hauterneuerung unterstützen können, unterscheiden sie sich deutlich in ihrer Wirkweise und ihren Einsatzgebieten. Studien zeigen, dass bestimmte Hydroxysäuren je nach Hautproblem unterschiedliche Vorteile bieten – von der Behandlung unreiner Haut bis hin zur Verbesserung lichtbedingter Hautalterung.

In diesem Artikel erfährst du, worin sich AHA, BHA und PHA unterscheiden, welche Säure zu deinem Hauttyp passt und worauf du bei der Anwendung achten solltest.

Du hast trockene Haut oder Pigmentflecken? → AHA
Du hast Mitesser oder Pickel? → BHA
Deine Haut ist empfindlich oder schnell gereizt? → PHA

Was sind AHA, BHA und PHA?

AHA, BHA und PHA gehören zur Gruppe der sogenannten Hydroxysäuren. Sie werden seit Jahrzehnten sowohl in der Dermatologie als auch in der kosmetischen Hautpflege eingesetzt und zählen zu den am besten erforschten Wirkstoffen für chemische Peelings. Anders als mechanische Peelings mit Schleifpartikeln lösen Hydroxysäuren die Verbindung zwischen abgestorbenen Hautzellen, wodurch sich diese leichter von der Hautoberfläche lösen können. Dadurch wirkt die Haut häufig glatter, ebenmäßiger und frischer.

Obwohl alle drei Säuregruppen nach einem ähnlichen Prinzip arbeiten, unterscheiden sie sich in ihrer Molekülstruktur, ihrer Eindringtiefe und ihrer Verträglichkeit. Genau deshalb eignet sich nicht jede Säure für jedes Hautproblem.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, warum abgestorbene Hautzellen und überschüssiger Talg zu verstopften Poren führen können, findest du weitere Informationen in unserem Artikel „Mitesser entfernen – Was hilft wirklich? Ursachen, Pflege und die besten Tipps“.

Was ist AHA?

AHA steht für Alpha-Hydroxysäuren. Dabei handelt es sich um wasserlösliche Säuren, die überwiegend an der Hautoberfläche wirken. Zu den bekanntesten Vertretern gehören Glykolsäure, Milchsäure und Mandelsäure.

AHAs lösen die Verbindung zwischen abgestorbenen Hautzellen und fördern dadurch die natürliche Hauterneuerung. Die Haut kann dadurch glatter und ebenmäßiger erscheinen. Gleichzeitig werden AHAs häufig eingesetzt, um einen fahlen Teint, feine Linien oder oberflächliche Pigmentflecken zu verbessern. Dermatologische Studien zeigen zudem, dass AHAs bei regelmäßiger Anwendung die Hautstruktur positiv beeinflussen und unter anderem die Bildung von Kollagen sowie Glykosaminoglykanen unterstützen können, die für eine gut durchfeuchtete Haut wichtig sind.

Da AHAs hauptsächlich an der Hautoberfläche wirken, eignen sie sich besonders für Menschen mit trockener oder sonnengeschädigter Haut sowie bei einem ungleichmäßigen Hautbild.

AHA eignet sich besonders bei:

  • Trockener Haut
  • Sonnengeschädigter Haut
  • Feinen Linien
  • Pigmentflecken

Was ist BHA?

BHA steht für Beta-Hydroxysäuren. In der Hautpflege ist damit fast immer Salicylsäure gemeint.

Im Gegensatz zu AHAs ist Salicylsäure fettlöslich. Dadurch kann sie nicht nur auf der Hautoberfläche wirken, sondern auch in talgreiche Poren eindringen. Dort löst sie überschüssigen Talg und abgestorbene Hautzellen, die häufig für Mitesser und Pickel verantwortlich sind. Aus diesem Grund gehört Salicylsäure seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Wirkstoffen bei unreiner und fettiger Haut.

Wenn du genauer erfahren möchtest, wie Salicylsäure wirkt und worauf du bei der Anwendung achten solltest, findest du alle Informationen in unserem Artikel „Salicylsäure für die Haut: Alles, was du wissen musst“.

BHA eignet sich besonders bei:

  • Mitessern
  • Pickeln
  • Fettiger Haut
  • Vergrößerten Poren
  • Zu überschüssiger Talgproduktion neigender Haut

Was ist PHA?

PHA steht für Polyhydroxysäuren und gilt als die sanfteste der drei Säuregruppen.

PHAs funktionieren grundsätzlich ähnlich wie AHAs, besitzen jedoch mehrere Hydroxylgruppen und größere Moleküle. Dadurch dringen sie langsamer in die Haut ein und werden häufig besser vertragen. Studien zeigen, dass PHAs vergleichbare hautglättende Eigenschaften wie AHAs besitzen können, gleichzeitig aber zusätzlich feuchtigkeitsspendende, antioxidative und hautbarrierestärkende Eigenschaften aufweisen. Deshalb werden sie häufig für empfindliche Haut oder bei einer geschwächten Hautbarriere empfohlen.

Gerade Menschen, deren Haut auf stärkere Säuren schnell mit Rötungen oder Brennen reagiert, können von PHAs profitieren.

Wenn deine Haut häufig empfindlich reagiert, lohnt sich außerdem ein Blick in unseren Artikel „Die Hautbarriere erklärt: Warum sie für gesunde Haut so wichtig ist“.

PHA eignet sich besonders bei:

  • Empfindlicher Haut
  • Trockener Haut
  • Rötungen
  • Einer geschwächten Hautbarriere
  • Einsteigern in chemische Peelings

Welche Säure passt zu deinem Hautproblem?

Ob AHA, BHA oder PHA die bessere Wahl ist, hängt weniger von der Säure selbst als von deinem Hauttyp und deinem Hautziel ab. Jede Säure besitzt unterschiedliche Eigenschaften und eignet sich daher für verschiedene Hautprobleme.

AHA eignet sich besonders bei:

Wenn deine Haut trocken wirkt, an Strahlkraft verloren hat oder du oberflächliche Pigmentflecken reduzieren möchtest, sind AHAs häufig die beste Wahl. Sie fördern die Hauterneuerung an der Oberfläche und können das Hautbild ebenmäßiger erscheinen lassen. Besonders Glykolsäure und Milchsäure werden häufig in Produkten gegen lichtbedingte Hautalterung und fahlen Teint eingesetzt.

Geeignet bei:

  • Trockener Haut
  • Fahlem Teint
  • Pigmentflecken
  • Sonnengeschädigter Haut

BHA eignet sich besonders bei:

Leidest du unter Mitessern, Pickeln oder einer stark öligen Haut, ist BHA – beziehungsweise Salicylsäure – meist die bessere Wahl. Da Salicylsäure fettlöslich ist, kann sie in die Poren eindringen und dort überschüssigen Talg sowie abgestorbene Hautzellen lösen. Dadurch eignet sie sich besonders für unreine Haut.

Geeignet bei:

  • Mitessern
  • Pickeln
  • Verstopften Poren
  • Fettiger Haut
  • Unreinheiten

PHA eignet sich besonders bei:

Empfindliche Haut reagiert auf stärkere Säuren häufig mit Rötungen oder Spannungsgefühlen. PHAs gelten aufgrund ihrer größeren Molekülstruktur als besonders sanft und werden häufig empfohlen, wenn die Hautbarriere geschwächt ist oder man erstmals ein chemisches Peeling ausprobieren möchte. Zusätzlich besitzen viele PHAs feuchtigkeitsspendende Eigenschaften, wodurch sie die Haut weniger austrocknen als manche AHAs.

Geeignet bei:

  • Empfindlicher Haut
  • Trockener Haut
  • Rötungen
  • Geschwächter Hautbarriere
  • Einsteigern

Kann man AHA, BHA und PHA kombinieren?

Grundsätzlich lassen sich verschiedene Säuren miteinander kombinieren. Für Einsteiger ist es jedoch meist sinnvoll, zunächst nur ein Produkt zu verwenden und zu beobachten, wie die Haut darauf reagiert.

Wer mehrere exfolierende Wirkstoffe gleichzeitig nutzt, erhöht das Risiko für Hautreizungen, Trockenheit oder eine geschwächte Hautbarriere. Deshalb empfehlen Dermatologen in der Regel, neue Säuren langsam in die Pflegeroutine einzuführen und die Anwendung schrittweise zu steigern.

Wichtig ist außerdem, tagsüber konsequent einen Sonnenschutz zu verwenden. Insbesondere AHAs können die Haut vorübergehend empfindlicher gegenüber UV-Strahlung machen. Daher sollte während der Anwendung täglich eine Sonnencreme mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor verwendet werden.

Bei hartnäckigen Pigmentflecken oder Rötungen kann es außerdem sinnvoll sein, nicht ausschließlich auf Peelings zu setzen. Wirkstoffe wie Azelainsäure bieten je nach Hautproblem eine gute Ergänzung oder Alternative. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel „Azelainsäure: Wirkung, Anwendung und Vorteile – Der komplette Guide“.

AHA, BHA oder PHA – Welche Säure ist die richtige?

Es gibt keine Hydroxysäure, die grundsätzlich besser ist als die anderen. Entscheidend ist vielmehr, welches Hautproblem du behandeln möchtest.

Leidest du unter trockener Haut, Pigmentflecken oder einem ungleichmäßigen Hautbild, sind AHAs häufig die beste Wahl. Bei Mitessern, verstopften Poren und unreiner Haut gilt Salicylsäure (BHA) aufgrund ihrer fettlöslichen Eigenschaften als einer der am besten untersuchten Wirkstoffe. Reagiert deine Haut dagegen schnell empfindlich oder möchtest du besonders sanft exfolieren, können PHAs eine gute Alternative sein. Sie bieten ähnliche Vorteile wie AHAs, gelten jedoch meist als besser verträglich.

Unabhängig von der gewählten Säure gilt: Führe neue Wirkstoffe langsam in deine Hautpflegeroutine ein und verwende tagsüber immer einen Sonnenschutz. So kann deine Haut von den positiven Eigenschaften chemischer Peelings profitieren, ohne unnötig gereizt zu werden.

Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich AHA und BHA gleichzeitig verwenden?

Ja, grundsätzlich ist das möglich. Für Einsteiger empfiehlt es sich jedoch, die Wirkstoffe zunächst getrennt zu verwenden und die Haut langsam daran zu gewöhnen. Werden mehrere exfolierende Säuren gleichzeitig eingesetzt, steigt das Risiko für Hautreizungen.

Welche Säure hilft gegen Mitesser?

Bei Mitessern wird meist Salicylsäure (BHA) empfohlen. Da sie fettlöslich ist, kann sie in die Poren eindringen und überschüssigen Talg sowie abgestorbene Hautzellen lösen.

Welche Säure eignet sich gegen Pigmentflecken?

AHAs wie Glykolsäure oder Milchsäure werden häufig verwendet, um oberflächliche Pigmentflecken und einen ungleichmäßigen Hautton zu verbessern. Auch andere Wirkstoffe wie Azelainsäure können – je nach Ursache der Pigmentierung – sinnvoll sein.

Ist PHA besser als AHA?

Nicht unbedingt. PHAs gelten meist als sanfter und werden deshalb häufig für empfindliche Haut empfohlen. AHAs wirken dagegen stärker exfolierend und werden häufiger bei lichtbedingter Hautalterung oder Pigmentflecken eingesetzt. Welche Säure besser geeignet ist, hängt daher vom individuellen Hauttyp und Hautproblem ab.